Eine “Legion” aus “Männern, die auf Ziegen starren” und “Sherlock Holmes”
von Rooby / in Kategorie: Coffee to GoHeute gibt es mal eine Kinokritik der besonders kurzen Art.
Ich hab ja in der letzten Zeit kaum schreiben können, aber dennoch war ich natürlich mal wieder im Kino. Es gab der Reihenfolge nach “Sherlock Holmes“, “Männer, die auf Ziegen starren” und “Legion“.
Sherlock Holmes
Habt ihr schon mal so einen sexy Sherlock gesehen? Also ich nicht. ![]()
Ich kann mich gut daran erinnern, wie er auf mich wirkte, als ich noch ein kleines Kind war:
Stocksteif, älterer Herr, stets ordentlich gekleidet und mit sehr gutem Benehmen.
Aber dieser heutige Sherlock?
Schmuddlige Klamotten, leicht durchgeknallt, teilweise ziemlich “durch“, aber sowas von sexy und verwegen. Man man man. Aber das liegt natürlich nur daran, dass der heutige Mr. Holmes von einem der sexiesten Männer der Welt gespielt wird – von Robert Downey Jr.
Story dürfte klar sein – es geht darum einen Schurken zu jagen und dabei das Zusammenspiel von Holmes und Watson zu genießen. In der heutigen Version ist natürlich alles viel lauter, schneller und wilder, aber das macht den Film zu einem schönen Stück Unterhaltung.
| Die Kulissen sind super, Kostüme auch. Besetzung ist klasse und musikalisch wird auch gut untermalt. Alles in allem ein wirklich schöner Film, der bei mir eine 2 bekommt. Ach so, unbedingt erwähnenswert sind aber die Szenen in Zeitlupe – sehr geil gemacht, weil die Bilder dazu klasse sind und die Abläufe von Sherlock so schön erklärt werden. Eine schöne Idee.
Die IMDB sagt 7,6 und wer mehr zum Film wissen möchte guckt bitte hier. |
Männer, die auf Ziegen starren
George Clooney ist jetzt nicht DER Schauspieler, für den ich sonst viel übrig hätte. Er ist einer derjenigen, die ich eher unauffällig finde, um ehrlich zu sein. Ich steh weder auf sein Äußeres, noch bin ich davon überzeugt, dass er ein außergewöhnlicher Schauspieler wäre. Ich hab allerdings auch nichts gegen ihn, aber irgendwie war er bisher für mich immer eher Durchschnitt. In diesem Film find ich ihn jetzt aber mal richtig gut.
Er spielt den etwas durchgeknallten Ex-Psychoarmy Soldaten, Lyn Cassady, der behauptet zu einer geheimen Militärorganisation zu gehören, die mittels psychischer Kräfte arbeitet. So können diese Soldaten also z.B. durch Wände gehen, Wolken explodieren lassen oder auch Ziegen durch Anstarren töten.
| Bob Wilton (Ewan McGregor), ein armes Würstchen, dass soeben von seiner Frau verlassen wurde, sucht den Sinn in seinem Reporterleben und will unbedingt was besonders erleben. Bob und Lyn stoßen aufeinander und machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem ehemaligen Anführer dieser Militärgruppe, Bill Django (Jeff Bridges). Der ist ebenfalls nicht der typische Soldat, eher ein Freund von Flower Power und Frieden für alle. Und so sah die Truppe sich – als Friedenstrupp, nicht als Kampfeinheit. |
Im Prinzip geht es also um die Sinnsuche von Bob, die Suche nach dem ehemaligen Anführer von Lyn, die Suche nach psychologischer Kriegsführung durch die Armee und die Suche von Django nach Frieden. Es geht also um Suchen und vielleicht auch um Finden.
Die Story im Detail, bzw. mit etwas mehr Infos als hier, kann man auf der Seite zum Film nachlesen. Ich persönlich fand den Film gut, er bekommt bei mir eine 3+, die IMDB sagt 6,5, was ich schade finde, aber wohl doch der allgemeineren Meinung entspricht. Denn meine Kinomitgucker waren auch nicht ganz so angetan wie ich. Deren Meinung war, dass eine durchgehende Story fehlt, bzw. es eine lieblose Aneinanderreihung von Szenen gewesen sei. Ich empfand das nicht so, aber vielleicht macht ihr euch einfach selbst ein Bild, falls nicht schon geschehen.
Kommen wir dann zum nächsten Film.
Legion
| Das ist einer dieser Filme, die man entweder gleich gucken will oder einfach total schrottig findet. Ich sags gleich vornweg – die IMDB hat dem Film nur eine 5,1 verpasst. Geschichten rund um Gott und Engel, verbunden mit Kampf und ein paar “harmlosen” Menschen, die quasi den Gewalten ausgeliefert sind. Das ist ein Genre, dass man entweder liebt oder hasst – ich liebe es. Gott ist mal wieder böse auf die Menschheit. Weil wir alle so schecht sind, schickt er diesmal statt einer Sintflut eine Schar von Engeln, die die Menschheit niederstrecken sollen. Das ansich widerspricht zwar der Idee von Engeln und die Art und Weise wie das passiert auch, aber na ja, künstlerische Freiheit nennt man sowas wohl. |
Wie auch immer – das ganze passiert in einem Restaurant am Arsch der Welt. Passenderweise hat es den Namen “Paradise Falls“, aber nun gut, solche offensichtlichen Namensgebungen gehören ja immer irgendwie dazu.
Nun darf im Film neben “böse” natürlich auch “gut” nicht fehlen. Es gibt also in diesem Fall den bösen Gott und seine Legion aus Engeln und als guten Gegenspieler den Erzengel Michael, der sich freiwillig die Flügel stutzt, um die nutz- aber wohl doch nicht hoffnungslose Menschheit zu retten. Irgendwie geht es noch um die Geburt eines Babys, aber falls ich es nicht irgendwie verpasst habe, wird gar nicht erklärt, warum das Baby so besonders ist. Aber es muss unbedingt getötet werden laut Gottes Auftrag, und da Michael den Job abgelehnt hat, muss Gabriel her, um das zu bewerkstelligen. Letzlich geht es also darum, dass die Menschheit einen neuen Anfang machen kann.
Etwas widersprüchlich finde ich die Aussage, die der Film mitsichbringt.
Gott irrt nämlich mal, was ja bisher immer sehr verpönt war. Denn Michael ist der Engel, der “ihm” gibt, was er braucht, wohingegen Gabriel der ist, der für “ihn” tut, was er verlangt. Wie auch immer – ich mochte den Film. Es war ganz gute Unterhaltung, natürlich mit Fehlern und vielen kleinen Dingen, die man hätte besser machen können, aber ich war dennoch zufrieden. Es gibt eine 3, die IMDB sagt wie oben schon erwähnt, dass er nur eine 5,1 verdient.
So, das muss an Kinokritik reichen.
Zitat aus “Uhrwerk Orange”:
“Was sind das für Experimente, die Sie da mit mir anstellen? – Oh, das ist wirklich ganz einfach: Wir zeigen Ihnen nur ein paar Filme! – Sie meinen Filme, wie man sie im Kino sieht? – Ungefähr so, ja… – Das ist gut! Ich sehe mir gerne spannende Filme an…”


















