Was mach ich nur, was mach ich nur…

Für die Leser meines Blogs, die nicht den Podcast hören, was ja eigentlich eine Frechheit wäre *zwinker zwinker*, hier eine kurze Zusammenfassung meiner aktuellen Situation.

 

Ich bin seit 13 Jahren in einem Unternehmen in der IT tätig. Ich kümmere mich um Service- und Operations Management, bin also im Prinzip im Rundumschlag für alles ansprechbar. Für 3000 Mitarbeiter. Es gibt sonst nur noch einen weiteren Kollegen, der aber nur zu 10% für uns arbeitet, der sonst dauerhaft unterwegs auf Dienstreisen ist. Ich bin also im Prinzip alleine, aber wir arbeiten natürlich mit einem IT-Dienstleister zusammen, der das meiste im Betrieb sicherstellt. Ich bin eher Entscheider und interner Ansprechpartner, bei Fragen, aufkommenden Projekten etc.

Vor kurzem hat die Mutter in England entschieden, dass wir die Organisation ändern müssen. Daraus ergibt sich, dass einige interne Jobs zukünftig nicht mehr intern sein werden, sondern outgesourced werden. Allerdings nicht an den heutigen Dienstleister, sondern an einen neuen, denn man ändert auch die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner. Statt einem Dienstleister, der alles anbietet, wird nun pro Sparte ein jeweiliger ausgesucht. Dass das natürlich zu neuen Herausforderungen in Sachen “wie organisiert man die” führt ist auch klar, aber darum geht es mir gerade nicht.

 

Meine Rolle wurde in dem eben beschriebenen Zusammenhang diskutiert.

Zunächst ging man davon aus, dass ich dabei sein soll, weil meine aktuelle Rolle, also die offizielle, dahin gehören würde. Da ich aber durch blöde Umstände einen Titel habe, der ca. 10% von dem beschreibt, was ich tatsächlich mache, wurde das neu überdacht. Dann hieß es, ich würde nicht mitgehen müssen, man würde für mich anderers regeln. So weit, so hingehalten.

Freitag hatte ich nun ein vermeintlich klärendes Gespräch über meine Zukunft im Unternehmen. Wir ihr schon ahnt – es hat mehr Fragen aufgeworfen, als Antworten gegeben. Ich bin jetzt wieder in der Diskussion, allerdings nun mit dem vollen Umfang meiner Tätigkeiten. Man hat wohl auf der Seite des neuen Partners Interesse an mir, aber für mich ist das doch eine etwas komplexere Situation.

 

Natürlich ist es gut, dass man mich mit meinem vollen Portfolio einstellen möchte, aber ich muss das Unternehmen verlassen, zu dem ich eine echte Loyalität habe. Und ich würde von Kunde zu Dienstleister werden, im gleichen Umfeld. Das ist für mich ein Problem. Dienstleister bin ich intern eh schon, ich sehe die IT nämlich in der Tat so. Aber auf Augenhöhe Dienstleister sein ist was anderes, als ein exerner Partner zu sein. Das Verhalten der Mitarbeiter ist ein anderes, die Durchsetzungsfähigkeit ist eine andere. Für mich wäre das ein Schritt in die falsche Richtung, wenn ich dann im neuen Unternehmen für das alte arbeiten sollte. Daher ist das maximal im Rahmen einer Übergangszeit möglich für mich, ich würde dann komplett wechseln wollen.
Die andere Option, die noch zu klären ist, wäre eine weitere Beschäftigung im jetzigen Unternehmen, dann allerdings nicht mehr im Rahmen der IT. Denn in Deutschland ist an IT-Jobs nichts weiter möglich. Also müsste meine Firma mir einen Job “basteln”, den es aktuell nicht gibt. Die Frage ist, ob das wirklich umsetzbar ist. Das werde ich jetzt mal als erstes ausloten, aber im Grunde fürchte ich, dass ich die Antwort schon kenne.

 

Grundsätzlich sind solche Veränderungen immer was Gutes, finde ich. Aber die Rahmenbedingungen sollten positiv überwiegen, was ich derzeit noch nicht sehe. Aber ich bin auch noch nicht ganz durch damit, mir zu überlegen, was das für mich bedeuten könnte. Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich was entschieden hat. Das wird aber vermutlich erst Anfang Sommer sein. Vorher nicht.

 

Zitat aus “Das Osterman Weekend”:
“Ich denke, dieses System braucht radikale Veränderungen.” – “Wie radikal ist ‘radikal’?” – “Nun, extrem, gewaltsam, chaotisch, apokalyptisch. So in der Art, Sie wissen schon.”

 

 

14 Kommentare zu “Was mach ich nur, was mach ich nur…”

  1. fabs sagt:

    Also, ich muss gestehen, dass ich nicht regelmäßig Fressefreiheit höre. Gut liegt daran, dass ich mit Podcasts nicht warm werde, aber deine Situation ist mir ja bekannt. Und ey, was für ein Scheiß, dass du zum einen schon sooo unendlich lange hingehalten wirst und zum anderen ist die Richtung (in meinen Augen) ja auch mal richtig Kacke!

    Ich hatte in meinem Arbeitsleben leider immer irgendwie das total große Glück (*IRONIE*), dass ich hingehalten wurde. Ich mag das NICHT! Das ist doch keine Art mit den Mitarbeitern umzugehen!!

    Wo kommt das her? Und vor allem, wo führt das hin?! So was von nicht gut!

  2. Rooby sagt:

    @fabs: Tja, ich weiß auch nicht, warum man das so macht und nicht entweder wartet, bis man wirklich was Klares ansagen kann oder eben von vornherein ganz offen die Karten auf den Tisch legt. Beides wäre besser als sowas hier. :-/

  3. Hi,

    aus meiner Sicht hast du eigentlich 3 mögliche Wege

    -in deiner alten Firma bleiben
    -zum externen Partner wechseln
    -einen echten Neuanfang ganz wo anders.

    Um dir Klarheit zu verschaffen, welche Option die optimale für dich ist, solltest du evt. eine Liste von Vor- und Nachteilen der jeweiligen Optionen anlegen. Damit kannst du dir sachlich einen Überblick und eine Entscheidungshilfe verschaffen. Da gehören dann auch Sachen wie deine Probleme mit der Wohnungssuche oder das du die Gegend ungern verlassen möchtest dazu.

    Sehe es mal so, du hast jetzt bis August Zeit dich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen, die Optionen in deiner jetzigen Firma und beim Dienstleister “abzuklopfen”. Und danach kannst du eine Entscheidung für dich treffen.

    Aber keine klaren Aussagen zu treffen ist heutzutage gang und gebe. Ich danke es hat etwas zu tun damit das man sich nicht auf einen Punkt festlegen will oder kann. du siehst ja selbst das erst 30 Leute ausgegliedert werden sollten und jetzt sind es 100. Auf der anderen Seite soll sehr auf Kommunikation geachtet werden. Tja und wie gibt man rechtzeitig bekannt wovon man selbst nicht genau weiß wie es sein wird?

    Du kannst dich über das Hinhalten jetzt aufregen oder nicht aber du wirst die Taktik nicht ändern können. Somit konzentriere deine Kräfte auf deine Zukunft.

    Gruß

  4. Rooby sagt:

    @erklaerbaer4224: So ähnlich mach ich das ja auch. Ich mach mir Gedanken in alle möglichen Richtungen. Es gibt diverse Optionen, die geh ich alle an. Und natürlich wird dann abgewogen. Und natürlich guck ich auch auf dem Markt, was da jetzt so los ist.
    Es wird sich finden, ich bin ganz sicher… :-)

  5. rover_germany sagt:

    Hallo, bin via Ohrenbluten hierher gelangt und habe mir ein paar Folgen in die Ohren geblasen.

    Super Talent – Wie kannst Du (ich sag’ mal Du, ist hoffentlich ok, bin der Ältere :-) ) nur so lange reden und dann auch noch einen sinnvoll aufeinander aufgebauten Inhalt rüberbringen. Und fast ohne Pause. Und thematisch für mich interessant… Toll! Werd’ das iTunes-Abo behalten!

    Zum Thema Job – Ein paar Dinge haben bei mir Glocken läuten lassen:

    - “…ich habe das Wissen…” – “…die wollen mich nicht gehen lassen…”
    –> Kann auch bedeuten: “…die wollen mich nicht gehen lassen, bis in ein paar Monaten der Dienstleister fit genug ist…” Und dann bist Du vielleicht zu teuer.

    - Die Erkenntnis, dass alle Gespräche nur die Firma weiterbringen, nicht Dich…
    –> So ist das immer! Firma geht vor. Es gibt eine einfache Regel: Niemand ist unersetzlich, wirklich: NIEMAND! Im Ernstfall ist es eine Frage des Geldes, das für den Ersatz aufzuwenden ist.

    Die Situation ist wirklich verzwickt. Entweder schränkst Du Dich ein und machst Abstriche bei der Entfaltung und dem Spaß am Job – oder aber: Weiterentwicklung im Job aber ggf. ein Firmengut, welches vermietet und verkauft wird. Bzgl. Deiner alten Firma könntest Du ja auch bei anderen Kunden eingesetzt werden.

    Vorschlag 3 von weiter oben in den Kommentaren: “Einmal neu macht der Mai” klingt sachlich auch nicht verkehrt. Wobei “Mai” hier wörtlich zu nehmen ist – je eher, desto besser.

    Vielleicht ist die Situation auch völlig anders, als das Bild, welches Deine Rede in meinem Kopf hinterlassen hat. Ich persönlich würde zu 1 oder 3 tendieren, zu 2 habe ich keine Lust.

    Nun wird aus dem Podcast auch noch eine spannende Live-Soap ;-)

    Ciao, rover.

  6. FH sagt:

    Das klingt zumindest nach einer soliden Lösung für Dein Wohnungsproblem. ;)

    Mal im ernst – wie viel Lust hast Du denn auf Veränderung? Und – wenn die Frage gestattet ist – hast Du Rücklagen, die Dir eine umfassende Neuausrichtung Deines Lebens erlauben würden?

  7. Romconstruct sagt:

    Na bei dem Arbeitspensum müssten doch genug Rücklagen da sein.
    Wobei die gute Rooby ja auch Technik-Kauf-Nerd ist ;D
    Und wer selbst nicht kochen kann gibt viel Geld für Futter aus…na wer weiß wer weiß.

  8. Rooby sagt:

    @rover_germany: Ich mach mir natürlich gerade viele Gedanken, die zu sehr von Gefühlen dazu gestört werden. Ich muss das alles erst mal sacken lassen, dann sortieren, dann orientieren. Es wird sich finden, und ich weiß natürlich auch, dass niemand unersätzlich ist. :-)

    Ich freu mich aber über deinen Kommentar zu meinem Podcast. Danke sehr, freut mich echt, dass du es gut findest wie und was ich so von mir gebe. :-)

  9. Rooby sagt:

    @FH: wieso klingt das nach einer Lösung für mein Wohnungsproblem??? Ich muss ja nicht unbedingt hier wieder wegziehen, will ich ja ansich nicht. Wenns gar nicht anders geht, ok, aber nicht freiwillig. Wiesbaden ist super schön. :-)
    Und ich hab keine Angst vor Veränderungen für mich. Die haben mich immer weiter gebracht bisher. Es ist wohl mehr der Ärger über die Art und Weise, wie das abläuft. Und die Hinhalterei. :-/

  10. Rooby sagt:

    @FH und @Romconstruct: Ich hab keine Rücklagen. Ich bin kein Sparbär. Ich bin nicht pleite, aber ich hab nix womit ich mich jetzt ohne Job über Wasser halten könnte. Maximal zwei Monate vielleicht, aber auch nur unter Schmerz. :-P

  11. FH sagt:

    … ok, die “Lösung des Wohnungsproblems” sollte ein Scherz sein – ich gebe zu, der ist angesichts Deiner Situation eher verhungert. Ich kann verstehen, dass Du an der Stadt hängst (bin selbst vor 4 Jahren aus Greifswald weggezogen und weine der Stadt bis heute hinterher) und daher bis zum Schluss einen möglichen Abschied hinauszögerst.

    Ähem.

    Das wird Dir jetzt genauso wenig helfen wie meine herumeierei ein paar Zeilen vorher, aber: ich wünsch Dir eine baldige Lösung. Die “Perspektivlosigkeit” (wenn ich das so nennen darf) ist ja das größte Problem.

  12. Romconstruct sagt:

    Huch das hätte ich nicht gedacht.
    Dann verdienst du deutlich zu wenig für das was du so treibst…zumindest vom Gefühl her.
    Und ich dachte schon ich wäre unterbezahlt ;D
    Ok sparen kann ich aber auch nicht, das ist mir nur zu gut bekannt.

  13. Rooby sagt:

    @Romconstruct: ich bin ja kein Senior Manager, leider. Sonst wäre mein Gehalt wohl ein anderes, aber beklagen kann ich mich dennoch nicht. Nur bin ich halt kein großer Sparfuchs. Ich hab was auf der Kante, ja, aber das soll auch für den Wohnungswechsel sein, bzw. noch mal wg. Auto reichen. Entweder neues Auto anzahlen oder das alte noch mal reparieren. Und dann bleibt nicht mehr viel.
    Ich mach mir wegen der Kohle aber auch keine Sorgen, ich werde arbeiten – so oder so. Ich will nicht Zuhause rumlungern, ich muss was tun. Faulheit bekommt mir nicht. :-P

  14. Romconstruct sagt:

    Ich sehe mal wieder gewisse Parallelen.
    Wir wollen auch umziehen und dann muss ggf. auch ein Auto her und wenn dafür das Geld drauf gegangen ist, ist nicht mehr viel da ;D

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