FF20 - Ich bin keine Quotenfrau [ 31:58 | 0.01 MB ] Jetzt abspielen | Play in Popup | Download (1408)
Heute war wieder mal ein kleines Negativ-Highlight eingetreten, von dem ich zu Anfang erzähle. Aber dann geht’s gleich weiter zur Quote. Die ich aus Gründen ablehne.
Viel Spaß beim Zuhören.
Zitat aus “Free Rainer – Dein Fernseher lügt”: “Diese Scheiß-Quote ist die Achilles-Ferse, und die knöpf ich mir jetzt vor.”


Hi,
eigentlich wollte ich ja schlafen gehen. Aber ehe ich jetzt meine Gedanken wieder vergesse wollte ich sie doch aufschreiben. Ich bin bei der “Frauenquote” mehr auf deiner Seite. Ich halte so eine Qoute für ein politisches Instrument um eine bestimmte Wählergemeinde zu bedienen.
Was allerdings das Nachrücken einer neuen Generation Mann wie Frau, incl. eines emanzipierteren Weltbildes betrifft bin ich vorsichtiger. Natürlich gibt es einerseits den Bereich wo das zutrifft. Aber es gibt leider auch genügend Leute die auch heute noch mit einem antifeministischen Weltbild erzogen werden. Meine große Tochter kam mal von der Schule und sagte Mädchen können ja eh nicht alles machen bzw. weil sie ebend Mädchen seien. Wo ich ihr dann doch wehement wiedersprochen habe und meine “Ansprache” mit einem youtube-Clip von Astronautinnen beendet habe. Ich habe momentan das Gefühl das sich auf einer Seite die Gleichberechtung sich durchsetzt und sich auf der anderen Seite aber wieder zwei alte Ansichte gegen die Gleichberechtigung stellen.
Ein weitere Diskussion ersteckt sich darauf, das sich auch die Sprache ändern muss, damit Frauen gleichberechtigter werden. Für mich erschloss sich das Thema bis zum letzten Wochenende nicht so recht. Denn bspw. war für mich eine Berufsbezeichnung, egal ob mit einem männlichen, sächlichen oder weiblichen Wort belegt, immer allgemein gültig und unabhängig vom Geschlecht des Ausübenden. Doch geht es natürlich nicht nur darum das ich alle Geschlechter meine, sondern es geht auch darum ob die Geschlechter sich von der Bezeichnung angesprochen fühlen. Und dieser Aspekt hat sich erst letztens bei einer Diskusion im Auto in mein Verständnis gedrängt. Es ist also auch noch viel Kommunikationsbedarf zwischen Mann und Frau vorhanden um wirklich die Probleme richtig angehen zu können.
Ich für mich sehe mal wieder eine recht komplexe Entwicklung mit ungewissen Ausgang. Und ich sehe wieder einen recht wirren Kommtar hier vor mir. Ich hoffe es ist einigermaßen rübergekommen was ich sagen wollte.
Jetzt gehe ich aber ins Bett …
achso und eine Bitte an die Frauen, lasst nicht nach in eurem Kampf um Gleichberechtigung! Jeder Mensch sollte sich sein Leben so gestalten können das er mit sich und seine Umwelt zufrieden ist!
Warum ich das extra noch schreibe? Weil es mich wundert wie klein die Auflage der “EMMA” und des “Missy Magazine” im Vergleich zu “Glamour, InStyle, Joy, Jolie und Cosmopolitan” ist. Aber lest selbst in der TAZ-online: http://www.taz.de/Frauenmagazine-und-Sexismus/!97571/ !
Mal wieder ein tolle Folge, ein Thema, dass mich wie Dich voll in Rage versetzt. Ganz schlimm find ich die Geschichte mit der Teamleiterin. Unfassbar was man da mit ihr gemacht hat!!!
Wie Du ja vielleicht mitbekommen hast hat es bei meiner Bewerbung leider nicht geklappt. Ich wäre in der Abteilung (IT) auch die einzige Frau geworden. Ich hab mir auch viel Gedanken dazu gemacht ob es gut oder schlecht wäre wenn es allein der Quote wegen geklappt hätte. Aber mittlerweile bin ich froh dass dem nicht so ist. So sehr wir als Frauen “unseren Mann stehen müssen” so schwer wird es uns auch immer wieder gemacht uns zu beweisen wenn es wirklich heißt “die is ja nur da damit die Quote stimmt” … traurig traurig dass wir nicht mehr durch Qualität und Wissen sondern durch Geschlecht überzeugen (müssen)!
@EB4224: ich gebe dir Recht, man darf nicht unterschätzen, dass es auch noch genug junge Männer vom alten Schlag gibt. Aber die positive Entwicklung darf man eben auch nicht verkennen. Ja – wir sind noch nicht weit genug, keine Frage. Aber man sollte auch sehen, dass sich sehr wohl was in die richtige Richtung bewegt. Ich finde es immer sehr schade, wenn nur gejammert wird, dass es nicht voran geht, aber dabei geht es schon recht gut voran. Empfinde ich zumindest so. Aber ich seh ja auch nur meinen persönlichen Ausschnitt des Lebens. Woanders kann es natürlich ganz anders sein, -> Schule oder Studium z.B..
Und natürlich hören wir nicht auf, uns darum zu bemühen, dass es sich weiter entwickelt. Aber es braucht Geduld. Das ist ja kein kleiner Akt. :-)
@Sabine: Leider hab ich das gar nicht wirklich mit dem Job mitbekommen, sorry. Ich bin in letzter Zeit immer nur sporadisch aktiv und dann seh ich nur kleine Ausschnitte der TL etc. :-(
Also es tut mir erst mal leid, dass du den Job nicht bekommen hast. Auch wenn du dann eine Frau unter vielen Männern gewesen wärst. Ich arbeite ja auch so. Und es macht mir meistens Spaß. Denn die direkten männlichen Kollegen haben wenig Probleme damit. Es sind die höheren Manager, die damit ein Thema haben und mich spüren lassen, dass ich sie störe. Aber das kann auch einfach an meiner sehr direkten Art liegen. Ich kritisiere nämlich gerne. :-P
Auch wenn ich grade erst bei Minute 10 bin verspüre ich doch den Drang, mich kurz zu Wort zu melden, auch wenn du vllt. einige meiner Argumente später noch aufgreifst, aber so funktioniere ich nunmal als Mensch.
Ich finde die Quotendiskussion auf mehreren Ebenen schwierig: Einerseits betont sie die Ebene “geschlecht” und vernachlässigt beispielsweise die Problematik, dass Menschen mit ausländisch klingendem Namen auf dem Arbeitsmarkt ebenso diskriminiert werden. Andererseits schließt sie aber auch die “Diskriminierung” von Männern komplett aus, und dies positiv wie negativ. Während männliche Erzieher in Kindergärten häufig negativ diskriminiert werden, weil sie ja alle pädophil (ich bevorzuge den Begriff pädokriminell!) sind, werden Sozialpädagogen etc. häufig positiv diskriminiert, was mir ebenso auf den Sack geht. Weil ich mit Penis geboren wurde, sind meine Einstellungschancen beispielsweise in Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung höher als die einer Frau. Ich möchte das nicht! Vor allem weil einem dann wieder alle möglichen Klischees untergeschoben werden: Wenn es mal technische Probleme o.ä. gibt, bitten die Kolleginnen mich um Hilfe, weil ich schließlich männlich bin und das kann – obwohl meine Stärken eher auf den Ebenen sauber machen und kochen liegen dürften. Was für ein Unsinn!
Darum bin ich persönlich ein starker Befürworter von anonymisierten Bewerbungsverfahren, bei denen Chefs anfangs nur mit den Kompetenzen von Menschen konfrontiert werden, aber nicht wissen ob es sich dabei um Männer/Frauen/Schwarze/Weisse/Deutsche/Türken/Russen… handelt. Für den Job selbst ist das alles doch vollkommen irrelevant. Und auch wenn es irgendwann zu Gesprächen kommen wird, bei denen in der Face to Face Situation deutlich wird, ob jemand zu einer solchen Gruppe gehört, denke ich schon dass allein die vorherige Beschäftigung der Chefs mit den jeweiligen Stärken dazu führen kann, dass diese Merkmale ein wenig in den Hintergrund treten.
Und während Quotenbefürworter sagen, dass es Frauen Anreize geben würde, auch selbst leitende Positionen in Anspruch zu nehmen – wäre es für z.B. Frauen in dieser Hinsicht nicht ein deutlicherer Anreiz dies zu tun, weil ihre Geschlechtsgenossinen durchaus gut punkten können, sobald ihr Geschlecht bei der Entscheidung über die Jobvergabe garkeine Rolle mehr spielt? Ich als Mann würde mich jedenfalls wohler fühlen wenn ich wüsste, dass ich nicht aufgrund meines primären Geschlechtsorgans eingestellt wurde, sondern aufgrund meiner Kompetenz.
P.S.: Ich kommentiere die letzten Tage fleißig ältere Podcasts von dir und habe mitbekommen, dass du jeden Kommentar beantwortest, was ich toll finde. Da ich jedoch nicht weiß, ob ich darüber eine E-Mail Benachrichtigung bekomme, würde ich mich sehr freuen wenn du deine Kommentare ggf. noch als E-Mail an mich schicken könntest, damit wir weiterdiskutieren können.
Liebe Grüße und Danke für dein tolles Projekt hier.