Tünnes und Schäl in der FDP

Da entscheidet der Mann zum ersten mal was richtig Gutes und schon kommt der nächste Witz daher. Tünnes will gehen, Schäl soll kommen. Also so ähnlich.

Unser allseits für seine lustigen Späßchen (Guido-Mobil, “…es ist Deutschland hier…”)  geliebte Hr. Westerwelle hat wohl mal im Flugzeug nachgedacht. Also zumindest so’n bißchen, denn kaum aus dem Trip nach Asien zurück, schwingt er seinen ordentlich gekleideten Hintern vor die Kameras und verkündet mehr oder weniger traurig, dass er bei der nächsten Wahl zum Vorsitzenden der FDP nicht mehr antreten möchte. Gut gemacht, Hr. Westerwelle, das ist mal ein richtiger Schritt.
Ja gut – man hätte noch weiter gehen können und das Amt des Außenministers frei geben können, bzw. gleich auch den Vize-Kanzler offiziell abgeben, aber ganz so rumluschen will er dann doch nicht, der Tünnes. Bisschen Stolz hat er ja noch, daher kann er nicht gleich alles hinwerfen. Aber mal ganz ehrlich – jemand, der schon seine eigene Partei nicht mehr vertreten kann oder will – wie soll der Deutschland vertreten? Hmm….ist ja schon ‘ne wichtige Frage, find ich jetzt mal so. Aber mich fragt ja keiner. Was vielleicht auch gut ist, man weiß es nicht.

Freundchen, wenn du nicht bald abhaust, dann passiert aber was..

Aber Schäl steht ja schon in den Startlöchern. Nein, nicht der schielende Löwe Clarence (schäl kommt von schielend), sondern der eher kurzsichtige (und damit mein ich nicht den Augenschaden) Hr. Philip Rösler. Aber Kurzsichtigkeit kann man ja durch Eloquenz wieder wett machen, wie er uns ja deutlich bei seiner Rede in Abensberg gezeigt hat. Aber reden und schwätzen sind ja auch noch mal zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Wie man anhand der Gesundheitsreform sehen konnte. Geschwätzt hat er von Kostensenkung für den Patienten, geredet hat er dann aber über Kostenerhöhung für den Patienten. Nun ja, so ist das nun mal als Kabarettist Politiker.
“Quer” hat sich auch mal über den guten Mann kurz Gedanken gemacht, aber wirklich nur kurz. Guckt mal ab Minute 4:40 rein.

Wenigstens bleiben sie sich treu und machen ‘ne Witzfigur zum neuen Chef. :-P

Zitat aus “Loriot – Ödipussi”:
“Stehen Sie einer Partei besonders nahe?” – “Nein, nein, aber ich bewundere an Politikern ganz allgemein diese geistige und menschliche Überlegenheit!”

Brot für die Welt – Steak für mich

Wenn es nach Guido “ich-bin-eh-der-liberalste” Westerwelle ginge, dann würde der Titel dieses Eintrags sein Programm sein. Denn schließlich hätten die Armen dieser Welt ja kein Steak verdient. Im eigentlichen Sinne des Wortes. Sie haben ja keine “Leistung” erbracht, die es rechtfertigen würde, Steak statt Brot zu verteilen. Außer vielleicht arm zu sein und Hunger zu haben.

Brot für die Welt - Steak für mich!

Brot für die Welt - Steak für mich!

Wenn die Regierung hergeht (als Vize-Kanzler steht der Herr für die Regierung) und behauptet, dass Leistung mehr hervorgehoben werden muss, dann sind wir auf einer Straße, die uns von einem sozial geführten Land weiter und weiter entfernt.
Natürlich ist es ungerecht, wenn ein arbeitender Mensch weniger erhält, als ein Empfänger von Arbeitslosengeld. Aber das heißt doch nicht automatisch, dass der Arbeitslose genügend zum Leben hätte. Es heißt vielmehr, dass wir mit unserem Lohndumping eine Situation erschaffen haben, in der Arbeit keinen echten Gegenwert mehr hat. Wer für ein paar lumpige Euro arbeiten geht, kann mitunter am Monatsende weniger haben, als ein Arbeitsloser. Er darf dann aber, wie nett vom Staat, die Differenz als Ausgleichszahlung beantragen.
Ich gehe also her, arbeite fleißig für zu wenig Grundlohn, weil das in Deutschland leider mehr und mehr der Fall ist,  und muss dann am Ende des Tages dennoch den Staat anbetteln, damit ich auf das Existenzminimum kommen kann. Wie bekloppt ist das denn? Gebt dem Arbeiter doch gleich etwas mehr Grundlohn! Und vor allem, nehmt es den Arbeitslosengeldempfängern NICHT gleichzeitig weg, denn das, was der Staat anbietet, hat mit Grundversorgung nicht mehr viel gemein. Ich möchte hierzu gerne noch mal auf einen älteren Eintrag verweisen. Guckt euch mal das zweite Plakat an. Verarsche pur kann ich dazu nur sagen.

Das Schlimme an dieser Situation ist, dass Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist. Wir zahlen als arbeitende Gemeinschaft genug an Steuern, damit auch diejenigen, die es hart getroffen hat, nicht untergehen müssten. Wir sind ein sog. Sozialstaat. “ECHT?” fragt sich jetzt der ein oder andere. “Hab ich ja noch gar nicht gewusst“, kommt gleich danach. Und genau so ist es. Das Volk, also WIR ALLE, werden von unseren halbfreiwillig gewählten Vertretern dermaßen schlecht versorgt, dass das Wort “sozial” uns gar nicht mehr in den Kopf kommt. Wir müssten eigentlich alle gemeinsam nach Berlin reisen, um Fr. Merkel mal ordentlich zu schütteln. Verbal, nicht physisch. WIR sind der Staat und Fr. Merkel und Hr. Westerwelle, inkl. deren Teams, sind UNSERE Vertreter. Sie sollen für UNS die besten Enscheidungen treffen, aber das klappt ja von Jahr zu Jahr schlechter. Und mit der aktuellen Regierung hat sich das Land, also wieder WIR, leider keinen guten Dienst erwiesen.

Ich hab direkt nach der Wahl schon gewusst, dass diese Kombi so ziemlich das mieseste ist, was uns passieren konnte. Aber nun ja – gewählt ist gewählt. Leider.
Dass übrigens fast genauso viele Menschen NICHT gewählt haben, wie im Schnitt bei CDU und SPD letztlich ihr Kreuzchen gemacht hatten, interessiert ja irgendwie auch keinen so richtig. Dass eine sehr große Teilmenge des Volkes also die angebotenen Regierungsoptionen komplett ablehnt, müsste doch zumindest in den Parteien selbst mal zum Nachdenken anregen. Aber ich vermute, dass die Herren und Damen sich eher darauf konzentrieren, wie sie im Amt bleiben können, jetzt, da sie einmal gewählt sind. Und wie sie vor allem auch weiterhin ihre eigenen Belange vertreten können, ohne dass es UNS, dem dummen Volk, gleich wieder auffällt.
Und eigentlich haben wir es ja auch fast nicht besser verdient. Wir haben ja keine Leistung erbracht – noch nicht mal richtig gewählt. :-(

Zitat aus “Die Simpsons”:
Homer: „Dämliche Spendenbriefe, als ob ich denen Geld geben würde: »Brot für die Welt«? Ach geht doch zum Bäcker. »Kinderdörfer«? Werdet erwachsen! »Ärzte ohne Grenzen«? Ärzte ohne Kohle würd ich sagen. »Greenpeace«? Keine Kohle für Körnerfresser!“