Wenn ich mal wieder Arschloch bin

 

Es gibt Tage, an denen möchte ich mir gerne stundenlang selbst in die Fresse kloppen.

 

Das sind die Tage, an denen ich andere durch meine Art nerve, ihnen zumute (und das auch durchaus verlange) mit mir umzugehen. Ich erwarte den gleichen Respekt und die Wertschätzung, die ich ihnen entgegen bringe. Aber gleichermaßen merke ich, wie schwierig ich manchmal einfach für andere bin.

Für mich selbst ist natürlich immer alles ganz klar und “richtig”.
Ich rede sehr direkt und argumentiere “na da weiß doch jeder, woran er bei mir ist“. Oder ich lebe meine Emotionen aus und nutze das gleiche Argument. Zusätzlich dazu noch ein “na wenn ich es jetzt raus lasse, dann ist es in ein paar Minuten vorbei. Wenn ich es fressen müsste, würde es gären und länger dauern etc bla bla“.

Nur zwei Bespiele, mit denen ich es meiner Umwelt schwer mache, denn die meisten Menschen sind nicht “geradeaus”. Sie sind auf irgendwie verschlungenen Wegen unterwegs, sowohl kommunikativ als auch emotional. Wobei das eine das andere natürlich beeinflusst. Und ich nehme keine Rücksicht darauf. Denn ich finde ja, dass meine Art “klarer” ist. (Sprach ich eben noch von Respekt und Wertschätzung anderen gegenüber?)

Ich nehm natürlich schon Rücksicht, wenn ich weiß, dass jemand sehr sensibel ist und ich ihm was Unangenehmes sagen will. Dann hau ich nicht einfach raus, aber so im Alltagsleben eben doch. Und auch da kann man wieder und wieder den anderen weh tun oder ihnen zumindest super vor den Kopf stoßen. Und es ist mir oft egal. Weil ich ja bin wie ich bin. Ich bin dann irgendwie ein Arschloch. Und ich find es trotzdem gut. Bis dann diese Tage kommen wie heute.

Dann stell ich mich in Frage, wieder und wieder. Warum ich nicht so kommuniziere wie andere z.B., nämlich indirekt und unsachlich und auch nur teilweise aussprechend, was der andere dann zwangsweise reininterpretieren muss. Und auch kann. Nur ich kann sowas nicht. Wenn man mir nicht sagt, was man von mir will, versteh ich es nicht. Und ich halte die anderen dann für unfähig zu kommunizieren. Denn ich bin ja gerade und direkt und spreche alles relevante aus. Die anderen können dann eben nicht denken oder richtig aussprechen worum es geht oder was auch immer. Und dann ärgere ich mich. Über die anderen zuerst, zunehmend dann aber über mich selbst. Weil ich in den Momenten arrogant bin und von oben herab. Aus der eigenen Meinung heraus, dass ich doch gut bin, wie ich bin.

Warum kann ich dann aber nicht einfach auch so reden und fehlende Informationen reininterpretieren?
Weil ich dummerweise nicht so bin. Oder ist das vielleicht sogar gut so? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass es mir und meiner Umwelt manchmal sehr schwer fällt, damit umzugehen. Und mich dann zu ertragen. Denn ich werde dann zickig und sauer. Um nicht zu sagen aggressiv in verbaler Art. Und das ist scheiße.

 

Ich sage hiermit jedem, der mich kennt, immer noch lieb hat und hoffentlich auch noch lange lieb haben wird, dass es mir leid tut, dass ich es euch oft schwer mache. Ich machs mir selbst nicht leicht. Aber verdammt noch mal, ich find mich trotzdem gut so, wie ich bin. Deal with it. :-)

 

Zitat aus “Flucht aus Absolom”: ”Ihre DNS Analyse zeigt eine krankhafte Abneigung gegen jegliche Authorität und einen Charakter, der zu Gewaltausbrüchen neigt.”