Schuldfrage

 

Ich twittere so vor mich hin, als dieser Tweet in meine TL gespült wird und mich direkt anspringt:

 

 

Ich gucke also in Kamilas TL und bin fassungslos.

Sie wird von 5 (!) Kerlen angemacht, angefasst und geschlagen. Niemand hilft! Obwohl Leute drum rum existieren. Aber bloß nicht hingucken, erst recht nicht eingreifen. Einer rief wohl die Polizei, die sich aber auch nicht unbedingt als Freund darstellte, wenn man Kamilas nächste Tweets liest. Das müsst ihr jetzt hier nicht tun, denn sie hat einen Text dazu verfasst, den ich euch ans Herz legen möchte.

 

Lest das, fühlt rein in euch. Erst recht, wenn ihr Männer seid. Denkt an Situationen, in denen ihr von anderen bedroht worden seid.

 

Sagen wir auf dem Schulhof damals, vom Klassenschläger. Oder beim Sport, von den stärkeren Jungs, die euch “Opfer” drangsaliert und vielleicht verprügelt haben. Fühlt in euch rein, wie diese Angst immer wieder hochkam, vielleicht noch hochkommt, wenn ihr in ähnliche Situationen geraten seid.

Und jetzt geht einen Schritt weiter und stellt euch vor, dass jemand euch anfasst. Ihr seid starr vor Angst oder wehrt euch ggfs auch. Aber der oder die anderen sind stärker, ihr seid alleine. Und man fasst euch an. An den Penis, an den Po. Es tut vielleicht auch weh, weil da natürlich keine Rücksicht genommen wird. Wozu auch, ihr seid ja ausgeliefert.

Und dann habt ihr Glück, es gibt keine Vergewaltigung. Ihr kommt mit einem blauen Auge (buchstäblich, nicht metaphorisch) davon. Ein paar äußerliche Schrammen, mehr nicht. Von den inneren Schäden rede ich noch gar nicht. Und dann sitzt ihr bei der Polizei und müsst euch sagen lassen, mehr oder weniger direkt, ihr seid selbst schuld.
Wieso geht ihr auch zum Sport? Wieso geht ihr auch auf den Schulhof? Wieso zieht ihr nicht zwei Hosen übereinander an, damit man sie euch nicht so leicht ausziehen kann? Wieso spielt ihr nicht in Straßenkleidung Fussball, sondern habt eine kurze Trainingshose an? Wieso, wieso, wieso… ???

Alberne Vergleiche? “Das ist doch nicht das gleiche”?
DOCH – das ist es. Denn es geht gar nicht um die Kleidung, es geht um Macht und Kontrolle. Aber durch Sätze, wie die eben, wird einem suggeriert, dass man selbst schuld sei.
Wie kann ich schuld daran sein, dass ein Mann mich schmerzhaft an beiden Handgelenken anfasst und mich trotz mehrfacher, deutlicher und lauter Aufforderung inkl. dem Hinweis, dass er mir weh tut, nicht loslässt?  Wie kann ich schuld daran sein, dass mein Freund mir ins Gesicht schlägt, nur weil ihm meine Freunde nicht passen? Wie kann Kamila schuld sein, dass sie verletzt wird, nur weil sie S-Bahn gefahren ist und einen Rock an hatte?

GAR NICHT! 

 

Liebe Polizisten, falls hier einer mitliest.
Bitte, auch wenn ihr nicht wisst, wie ihr damit umgehen sollt, was ich mir durchaus vorstellen kann, dann lasst das Opfer aber nicht zum Schuldigen werden. Schuld liegt beim Angreifer, immer. Niemals beim Empfänger.

Habt ihr keine Schwestern, Töchter, Mütter, Freundinnen? Würdet ihr denen das gleiche sagen, wenn ihnen sowas passiert? Wärt ihr nicht wütend auf den Täter? Warum also seid ihr im Job so oft so unsensibel? Bitte hört auf damit. Frau ist nicht schuld daran, wenn sie angegriffen oder vergewaltigt wird. Egal, was sie anhatte. Es geht dabei nicht um Kleidung! Es geht nur um Macht. Die ihr in dem Moment auch habt. Ihr habt die Macht dem Opfer zu helfen. Ihr habt die Macht, dem Opfer Unterstützung zukommen zu lassen (Psychologische Hilfe etc). IHR habt die Macht dem Opfer zu helfen, aus der Situation mit Würde rauszukommen. Dreht den Spieß nicht um, macht sie nicht zum Mittäter!

Danke.

 

Zitat aus “Auf die harte Tour”: ”Ich würde gerne das Wesen der Polizei kennen lernen.”

 

Wie erklärt man Blinden die Farbe?

 

Es sei gleich vorab gesagt, dass ich selbst oft genug auf dieser “farblosen” Seite stehe und nicht direkt sehen kann, was mein Gegenüber von mir will. Aber ich höre zu und nehme Dinge, die ich nicht selbst erlebt habe oder begreifen kann, erst mal als gegeben hin.

 

Wenn mir also zum Beispiel ein schwuler Mann erklärt, wie er sich fühlt, wenn er von seinem Chef dauernd respektlose Schwulenwitze hört, wie er von anderen Menschen angegangen wird, weil er sich geoutet hat und dazu steht, dass er homosexuell ist oder auch wie er von seinen Eltern, Geschwistern oder sonstigen nahe stehenden Menschen seit dem angeguckt wird, dann kann ich mir das zwar vorstellen, aber nicht nachfühlen. Niemals. Ich bin eine Frau, ich bin heterosexuell und viel wichtiger – ich hab ein individuelles Gefühlsleben. So wie mein Gegenüber auch.

Ich habe also keinen blassen Schimmer davon, was dieser Mensch durchmacht. Solange, bis er es mir erklärt und ich zumindest ein grobes Verständnis dazu habe.

Ähnliches Prinzip, anderes Thema. Wenn eine schüchterne Frau mir erzählt, dass sie sich nicht traut mit einem Kollegen oder einer Kollegin über ein Problem zu sprechen, weil sie dann ins Stottern gerät oder sie Schweißausbrüche erlebt oder ähnliches, dann kann ich mir das wiederum vorstellen (weil man Menschen schon so erlebt hat), aber nicht nachvollziehen. Ich bin ein direkter Mensch, ich hab keine Angst vor anderen Leuten, also kann ich das zwar faktisch erfassen, was sie mir sagt, aber nicht emotional nachvollziehen. Ich kann es aber selbstverständlich akzeptieren, wenn sie mir das erklärt.

Eins noch. Wenn ein mir bekannter Mensch, fachlich kompetent und erfahren, erklärt, dass er in Gehaltsverhandlungen nicht in der Lage ist, sich entsprechend zu verkaufen, weil er meint, dass diese Fähigkeiten und Kenntnisse nicht ausreichend gut sind, dann kann ich das nicht verstehen. Ich bin auch hier anders. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann. Und ich fordere Gegenleistung für meinen Einsatz. Aber ich kann akzeptieren, dass dem Menschen die Situation der Gehaltsverhandlung unter Druck setzt und er deswegen nicht mehr in der Lage ist, sich entsprechend darzustellen. Nachvollziehen werde ich das aber nie können, denn ich fühle einfach nicht so.

 

 

Ich spare mir mal weitere Beispiele, denn ich glaube, man versteht worauf ich hinaus will:
Menschen können im Grunde Situationen nachvollziehen. Allerdings nur bedingt. Es wird umso schwerer, je weiter wir uns von den dazugehörigen Situationsvariablen entfernen.  Also wenn wir uns stark vom Erzählenden unterscheiden. Sei es in Charakter oder in unseren Werten.  Aber in den eben genannten Fällen werden die meisten Menschen sagen “Selbstverständlich ist das zu akzeptieren“, manche werden sagen “Ist doch nachvollziehbar“, weil es ihnen vielleicht auch so geht. Aber so oder so, man wird üblicherweise dem Erzähler seine Wahrnehmung nicht klein reden oder sogar lächerlich machen. Jeder von uns kennt solche Situationen, hat sie entweder bei anderen Menschen im eigenen Umfeld wahrgenommen oder bei sich selbst. Man sieht noch die Farbe, auch wenn vielleicht die ein oder andere schon fehlt, weil man sie nie kannte.

 

Wenn es zu feministischen Diskussionen kommt, läuft das plötzlich anders. Dann ist plötzlich alles Grau oder Schwarz, aber keinesfalls mehr farbig und bunt. Dann ist schluss mit lustig aka sich in den anderen reinfühlen. Für Diskussionen über Rassismus oder Homosexualität gilt das übrigens auch. Je nachdem, wen man vor sich hat, regiert plötzlich nicht mehr Empathie und Mitgefühl, sondern Angst vor was-auch-immer-für-einem-gearteten Verlust.

Kontrolle, Privilegien und/oder (sich ggfs. daraus ergebende) Macht sind starke Werte für so manchen Menschen. Jemand, der so fest an diesen Dingen hängt, hat vermutlich Angst, ohne diese nichts mehr wert zu sein. Mal unabhängig davon, dass sich für mich der Wert eines Menschen nicht berechnen lässt, ist es in unserer Gesellschaft leider dennoch so, dass Menschen unterschiedlich „bewertet“ werden.  Wer Geld und (dadurch) Macht hat, ist was wert. Wer einen gewissen Verstand (Bildungsstand) hat, ist was wert. Wer im Gegenzug dazu ein ehrliches Leben lebt, der bleibt dumm und auf der Strecke. Wer nicht betrügt, blendet und Spielchen spielt, bleibt zurück. Wer nicht der sogenannten Norm entspricht, bleibt draußen. So einfach.

 

Verständnishorizont - http://astefanowitsch.tumblr.com/

 

 

So einfach? Ich glaube nicht.
Die Menge der Menschen, die inzwischen verstanden haben, dass das nicht der richtige Weg ist, wächst. Zum Glück. Aber immer wieder trifft man auf die, die einfach nicht anders denken wollen. Weil sie von der Angst regiert werden, dass sie Dinge verlieren, wenn andere mehr kriegen.

Neulich sagte mir ein Bekannter folgendes:  ”Wenn Frauen mehr Geld (für den gleichen Job natürlich) bekommen, wie ich als Mann, dann nimmt man mir ja was weg“. Außerdem kam im gleichen Gespräch auch “Ich will nicht, dass eine Frau mein Auto repariert” vor. Ich fragte nach, versuchte zu verstehen, was diese Person, die sonst so klug ist, dazu bringt etwas in sich so Dummes zu sagen. Aber außer den extrem konservativen Werten, die dieser Mensch hat, und dem dazugehörigen Frauenbild, kam sonst nicht viel an Argumenten rum. Bis dann plötzlich noch dieses kam: “Man muss nicht immer alles logisch argumentieren“. Und das sagte mir natürlich, dass hier rein emotional und mit Angst “gedacht” war. Nicht mit sachlichen oder faktischen Argumenten. Und da lässt sich natürlich nicht viel argumentieren. Und das ist die Krux an der Sache. Vermeintlich sachliche Diskussionen sind es nicht immer, aber man erkennt es auch nicht immer sofort.

 

Warum kann man(n) also in einer Diskussion um Frauen und deren Wahrnehmung in der von Männern dominierten Welt nicht auch einfach erst mal annehmen, was sie sagt? Warum wird hier abgewunken und mit einer “ach jetzt übertreib mal nicht” oder “stell dich nicht so an” Mentalität gesprochen? Und das ironischerweise ja nicht nur von Männern. Auch Frauen reagieren so auf Frauen und ihre Wahrnehmung. Es mag hier viele Antworten geben, aber ich hab sehe hier folgende Punkte, die mir besonders aufgefallen sind.

 

    1. Männer fühlen sich “erwischt”.
      Die typische Reaktion ist Abwehr. Die noch nicht ganz so häufige ist, drüber nachdenken und das Verhalten zu korrigieren.
    2. Männer haben Angst, dass Frauen etwas wollen (und kriegen), was ihnen zusteht.
      Die typische Reaktion ist…siehe 1.
    3. Frauen erleben einen “Aha-Moment” und erinnern sich an selbst Erlebtes, fühlen sich plötzlich schwach und verletzlich.
      Eine typische Reaktion darauf ist, ja Sie ahnten es schon, Abwehr. Die zweite, nicht ganz so seltene Reaktion ist Solidarität.
    4. Frauen, die das Glück haben selbstbewusst zu sein oder ggfs. in ihrem Umfeld Förderer und Gönner zu haben, die also effektiv nicht solche Erfahrungen haben, fühlen sich von diesen “schwächeren” Frauen angegriffen, beneidet oder als Konkurrenz betrachtet.
      Die typische Reaktion, ja auch hier, ist Abwehr. Die auch leider eher untypische ist Verständnis oder Solidarität.

 

Das sind nur meine persönlichen Wahrnehmungen, die ich hier beschreibe. Aber mir zeigen die vielen Diskussionen mit anderen Menschen, dass ich damit nicht ganz alleine bin. Bisher hab ich aber leider noch keinen Weg gefunden, um aus dieser Abwehrhaltung wengistens ein “ich seh die Farbe nicht, aber ich kann akzeptieren, dass du sie siehst” zu machen. Aber ich bleibe dran, denn ich bin überzeugt davon, dass auch “Farbblinde” im Grunde ihres Herzens Farbe wollen. Mensch kann damit anfangen zu akzeptieren, dass es Farbe (Wahrnehmungen anderer Menschen, die ich nicht habe) gibt. Damit wäre schon vielen Gutes getan. <3

 

 Zitat aus “Bärenbrüder”: ”Siehst du schwarz-weiss oder in Farbe?”

 

 

So schade Herr Olm, so schade

 

Mein allerbester Lieblingsadmin und -freund (@largewhiteguy auf Twitter) hat mir zum Geburtstag eine Freude gemacht und mir Karten für Hans Werner Olms Vorstellung in Frankfurt, in der Käs,  geschenkt. Der Titel der Vorstellung lautet “Mir nach, ich folge!“. Vorab sei schon mal gesagt, wir sind nicht gefolgt – wir (also ich) wären eigentlich sogar fast lieber gegangen. Aber bezahlt ist bezahlt und so haben wir uns das doch komplett angetan.

 

Ticket Olm

Ich sollte vorab erklären dass ich bisher noch nie bei ihm in einer Show war. Daher war mir nur ein Teil seines Programms, seiner Palette bekannt. Unter anderem aber z.B. das Stück mit dem BMW, was mich mal vor Lachen heulen ließ, weil es leider in der Tat den Klischee-Pott-Typen auf die Schippe nimmt. Und glaubt mir, ich weiß wovon er da spricht. Ich bin ein Dortmunder Kind. Guckt mal kurz rein, damit ihr wisst, was ich meine. Bis dahin fand ich das also soweit witzig.

Auch die Figur der “Luise Koschinsky” ist einigermaßen bekannt, die quasi das weibliche Pendant zu dem Prollo-Typen ist. Das war zwar noch nie so richtig mein Fall, aber nun ja…Geschmäcker sind ja bekanntlich (und zum Glück) verschieden. Damit ihr auch hier wisst, wer das sein soll – klickt hier oder hier.

 

Beide Rollen spielen natürlich mit dem übertriebenen Klischee vom Menschen im Ruhrgebiet (Ruhrpott -> Pott).
Die Sprache ist derb und laut, mitunter fäkal. Auf jeden Fall unterste Schiene. Die Posen sind raumeinnehmend und strotzen vor Testosteron oder Östrogen. Aber damit parodieren sie immer noch das Klischee. Und deswegen konnte ich das so “nehmen”.

H.W. Olm, Frankfurt

 

Gestern war anders. Oder auch nicht, kommt drauf an, wie man es sieht.

Die Sprache war immer noch fäkal, aber es gab keine Parodie, die dazu passte. Seine Art lag irgendwo zwischen niveaulos und darunter. Es gab im ganzen Programm, immerhin über zwei Stunden, nur 3 oder 4 wirkliche Gags, die intelligent waren und den ganzen Raum mit Lachen füllten. Das meiste lag irgendwo zwischen “ficken, bumsen und blasen” und “fressen, scheißen und pissen”. Entschuldigt die Wortwahl, aber ich kann es sonst nicht anders deutlich machen. Es war einfach so extrem niveaulos.

Jetzt kann man ja sagen “ok, das ist halt Teil des Pakets”, akzeptiere das als Stilmittel. Aber dann müsste wenigstens der Rest gut sein. Also eine roter Faden durchs Programm gehen oder einigermaßen intelligente Pointen oder ähnliches. Aber nein, auch hier versagt der einst mit Preisen ausgezeichnete “Comedian”.

 

 

Nicht nur, dass Teile des Programms pointenlos verpufften, es wurde wenigstens ein Drittel der Vorstellung Text abgelesen. Und nein, ich hab nichts gegen lesen, wenn es ein Teil für einen Gag ist.
Anfangs las er zum Beispiel vor, weil es da um sein Buch ging. Das war ok, weil er sich darüber ausließ, dass ja jeder ein Buch schreiben kann, die sowieso alle jünger werden und überhaupt, da müsste er das auch mal machen.

Aber das war gefühlt auch die einzige Stelle, wo es passte. Die Texte, die sonst noch gelesen wurden, hätten wesentlich besser gewirkt, wenn er sie einfach vorgemacht hätte, so wie andere Künstler das auch machen können. Ich hab keine Ahnung, ob das Absicht war oder ggfs. seinem Alter geschuldet ist, aber es wirkte wie gewollt und nicht gekonnt.

 

Meine eigentliche Ablehnung zu gestern ergab sich aber aus seinem wilden Gebashe gegen Frauen. Nein, ich hab nichts dagegen,wenn man auch hier mit Klischees spielt und witzige Pointen rausarbeitet, aber Hr. Olm hat für mich noch nicht mal das minimalste Gefühl von Versuch dazu durchscheinen lassen. Es ging einfach nur flach gegen jede Art von Frau. Also Ehefrau, vorzugsweise hässliche Ehefrau, fette Frauen, Muttis, “Grüne” Muttis, Lesben und muslimische Frauen.

Er zog doch auch über Männer her” werden jetzt vielleicht einige sagen, die das Programm gesehen haben. Aber ist irgendjemandem aufgefallen, dass er Männer trotz ihrer von ihm benannten Makel als die “Alphas” bezeichnete? Männer, die sich pflegen, die sich kümmern und sich gleichberechtigt gegenüber Frauen verhalten als Memmen darstellte? Aus seiner Sicht der Mann sozusagen domestiziert wurde, obwohl er doch eigentlich der sein sollte, der der Frau sagt, wo es lang geht und ihr ggfs. sogar mal Angst einjagen dürfte? [Das mit dem Angst einjagen kam wirklich vor, ich weiß nur leider den Wortlaut nicht mehr. Es hat mich aber kurz innerlich zucken lassen.]

Den Mann stellte er bei aller vermeintlicher Kritik immer in all seiner unvollendeten Herrlichkeit dar, klar. Er ist ja einer. Und er will einer bleiben. Hat er ganz deutlich gemacht. Er macht das ja nicht mit. Ja was eigentlich? Den sozialen Wandel?

 

Man hat gemerkt, dass er es nicht geschafft hat im Heute anzukommen.
Die eine Hälfte, vornehmlich älteres Kaliber, lachte und johlte bei Witzen über Schwule und Lesben, Muslime und deren verschleierte Frauen. Mir wurde ja innerlich echt übel bei so mancher Tirade. Und mit mir  auch meinem Freund und ca. der Hälfte des Saals. Der Applaus war dünn, die Lacher schwach. Nur die ewig Gestrigen hatten “Spässken” und konnten sich auf die Oberschenkel schlagen. Ich bekam sogar sowas wie Mitleid, als er seine, für mich sehr verbittert klingende, Ode an den Mann zum Besten gab. Ich hatte spontan das Gefühl, dass er schlechte Dinge erlebt hat, die ihn so reden ließen.

Tatsache war auf jeden Fall, dass mir das zu sehr offen gegen Frauen war, zu sehr für den ach-so-tollen Mann und zu wenig Intelligenz bei all dem. Dabei kann er parodieren, er kann singen, er kann reden. Wo ist gestern das ganze Talent geblieben? Schwache Vorstellung.

 

Schade Herr Olm, so schade.
(Zitat aus seinem Programm: “Das find ich ja schade, so schade”)

 

 

 

FF0613 – Gewalt

 

Dieser Podcast ist kein wirklich schöner. Es geht um Gewalt und was sie mit einem macht. Er ist spontan entstanden, nachdem ich mir dieses kurze Video mit Patrick Stewart angesehen habe.

 

Zitat aus “Daredevil”: 
“Gerechtigkeit ist keine Sünde, Pater.” – “Nein, aber Rache schon. Man sieht es jeden Tag auf der Straße, Gewalt führt zu noch mehr Gewalt.”

 

Growth – Change – Loss – Pain

Growth

 

Zitat aus “Carlito’s Way”: ”Hier kommt der Schmerz”

Rein, raus, aus die (Kirchen)maus

 

Ich bin ja nicht katholisch. Dafür evangelisch. Aber gläubig bin ich trotzdem nicht. Auch nicht kirchlich interessiert. Oder sonst in irgendeiner Weise an kirchliche Traditionen oder Riten gebunden. Mal abgesehen von den inzwischen in das Alltagsleben übergegangenen Dingen wie Feiertage nutzen, blöde Phrasen dreschen “Oh mein Gott” oder “Um Gottes Willen” und sowas.

Aber ich zahle Kirchensteuer.

Nicht, weil ich das aktiv will, sondern weil ich getauft bin, Konfirmation mitmachen musste (auf Geheiß der Eltern) und vermutlich, weil das als Standard erst mal für jeden Berufstätigen so vorgesehen ist. Hab ich darum gebeten? Nein. Also warum muss ich dann aktiv zurücktreten, statt bewusst aktiv eintreten, wenn ich die Kirche unterstützen will?

Wieso ist das bei uns in Deutschland so ausgelegt, dass die Kirche auf jeden Fall von der gesamten Bevölkerung profitiert, unabhängig davon, ob sie wirklich bewusst in der Kirche sein will? Ich muss aktiv sagen “Nein danke”. Und darf mich dann um den bürokratischen Teil kümmern, wenn ich Pech habe, mich mit dem örtlichen Pfarrer auseinandersetzen, weil der seine “Schäfchen” natürlich halten will (muss) und mich ggfs. längere Zeit mit den Diskussionen im Umfeld beschäftigen, denn als guter Gläubiger tritt man doch nicht aus. Der soziale Druck dürfte je nach Ort enorm sein.

Und das macht der ein oder andere letztlich dann dennoch, weil er seine Gründe hat. Zum Beispiel, dass die Institution Kirche nicht mehr das Bild vermittelt, was man als Christ unterstützen kann. Man mag die Organisation der Kirche, also die Gemeinschaft, aber der Zwang Steuern zu zahlen, für Dinge, die ich nicht vertreten kann? Nein, das lehnen viele aus diversen Gründen inzwischen ab und nehmen den Austritt aus der Gemeinschaft damit in Kauf.

Und dann gibt es die, die austreten wollen, also keine Steuern mehr zahlen wollen, die aber IN der Gemeinschaft bleiben wollen. Aber DAS geht natürlich nicht, wie uns aktuell wieder ein Urteil des Bundesgerichtshofs zeigt.

 

Klick aufs Bild führt zum Artikel der FAZ

Mich kotzt das etwas an. Und zwar deswegen, weil es wieder mal die Geldgeilheit zeigt und die Kirche so, wie sie wirklich ist. Als Unternehmen, als Arbeitgeber, als Wirtschaftsmacht. Aber nicht als christliche Gruppe, der das soziale Wohl der Gemeinschaft am Herzen liegt. Begründet wird das mit dem “Selbstbestimmungsrecht der Kirche”.

Spannenderweise hat der “Eintritt” in die Kirche aber so gar nichts mit Steuern zu tun. Die kommen dann zwar irgendwann dazu, ja, aber das ist nicht der aus kirchlicher Sicht nötige Schritt. Vielmehr ist es die Taufe, die mich zum Christen macht, die mich auch in der katholischen Kirche im Kreise der Gläubigen Willkommen heißt. Wenn ich mich also nicht taufen lassen will, aber bereit wäre der katholischen Kirche Steuern zu zahlen, wäre ich dennoch kein Teil der Gemeinschaft. Aber wenn ich keine Steuern mehr zahlen will, bin ich automatisch auch raus aus dem Club der Bene-Fans. So so…

 

 

Warum muss der Staat denn überhaupt über die Kirche und deren Belange urteilen?

Bin ich doof? Raff ich irgendwas nicht?

Man kann vom Staat nicht verlangen, dass man das Recht der Kirche auf Selbstbestimmung beschränkt.

 Ja ok, aber wie kann ich dann überhaupt als Staat zulassen, dass sowas vor einem Gericht verhandelt werden darf? Dann ist der Ausgang doch bei jedem Fall von vornherein klar, denn das liegt in der Erklärung als solches. Der Staat kann nicht in das Recht der Kirche eingreifen. Alles klar. Oder doch nicht?

 

Zitat aus “81/2″: ”Als Katholik gerät er in gewisse Konflikte, die er nicht zu lösen vermag. Ein Kirchenfürst ist für ihn so was wie ein Sachverwalter einer Wahrheit, die er nicht mehr anerkennen kann, die ihn aber fasziniert.”

 

 

Was so manche Diskussionen bei mir verursachen

 

Ich hab noch nie rassistisch gedacht. Mein ganzes Leben lang nicht. Ich hatte nämlich das Glück, dass meine Eltern mich “richtig” erzogen haben. Und dass ich kein ängstlicher Mensch bin. Wir wissen ja, dass Angst sowas wie Rassismus schürt. Oder auch Dummheit. Die kann das auch gut. Aber ich bin zum Glück auch nicht ganz doof, daher kann ich die graue Masse in meinem Oberstübchen recht gut nutzen. Meistens zumindest. Aber heute ist was in meinem Kopf passiert, was mich nachdenklich macht.

 

Ich hab nach Klamotten geguckt, für den Job. Ich bin über eine Werbung auf eine “Black & White” Kampagne gekommen, die dann wie folgt aussieht:

 

 

Im Vergleich dazu sieht die Kampagne “Herbst-Special” so aus.

 

 

Wie man unschwer erkennt, kommt die dunkelhäutige Frau zwar auch im Herbst vor, allerdings sind das nur die Bilder aus der “Black & White” Übersicht. Und jetzt kommt das, was mich so nervt. Ich muss darüber nachdenken, ob das eventuell einen diskriminierenden (ich will keinesfalls rassistischen sagen) Aspekt hat. Ich behaupte mal “nein”, aber irgendwie kann ich mir sehr viele Aufschreie im Netz vorstellen.

Früher wäre ich niemals auf die Idee gekommen, sowas zu vermuten. Ich hätte allerdings auch keinen Gedanken daran verschwendet, ob man das dunkelhäutige Model jetzt nur aufgrund ihrer dunklen (black) Hautfarbe zu dieser Kampagne “Black & White” ausgewählt hat, bzw. ob das dann damit automatisch diskriminierend ist. Ich seh das nämlich nicht so. Ich sehe hier eine hübsche Frau, die gut in die Kleidung passt. Aber weil einem ständig und überall, nicht nur in Sachen Rassismus, irgendwas vor den Latz geknallt wird, seh ich plötzlich solche Dinge und verliere dabei die Leichtigkeit des Seins, wenn man so will. Denn plötzlich wird etwas völlig Normales (aus meiner Sicht) zu etwas Negativem. Und das will ich nicht.

 

So geht es mir auch in Sachen Feminismus, Geschlechterdiskussion generell oder sonst einer Thematik, die sich auf irgendeine Gruppe von Menschen bezieht. Ich hab schon immer nach dem Motto “Leben und leben lassen” agiert, gedacht und gelebt. Mir ist egal, wer homo, hetero oder transsexuell ist. Mir ist egal, ob du ein Mann oder eine Frau bist, wenn ich mit dir rede, mit ist egal, ob du Katholik oder Moslem bist, mir ist egal, ob du weiß oder grün bist. Es ist mir nicht wichtig. Wichtig war bisher immer der Mensch.

Und jetzt fühl ich solche Auswirkungen, weil ich zugetextet werde mit Themen, die mich persönlich gar nicht betreffen. Die aber mein Denken plötzlich negativ beeinflussen. Ich bin nicht mehr unbefangen. Und das gefällt mir nicht.
Allerdings weiß ich gerade auch nicht, wie ich das generell nehmen soll. Denn die Diskussionen zu den eben genannten, und mit Sicherheit noch viel mehr, Themen sind wichtig. Es gibt ja leider genug Trottel, die nicht so offen sind, die eben sehr wohl rassistisch oder sonst wie diskriminierend denken. Und klar muss man denen Kontra geben und gleichzeitig Aufklärung betreiben.

Aber es fühlt sich für mich persönlich zumindest so an, als würde ich ein Stück Freiheit in meinem Kopf verlieren, weil zu viele anderen Schranken im Kopf haben. Und das mag ich nicht.

 

Zitat aus “I, Robot”: ”Vorurteile sind immer ein Mangel an Vernunft!”

 

 

 

Wenn ich mal wieder Arschloch bin

 

Es gibt Tage, an denen möchte ich mir gerne stundenlang selbst in die Fresse kloppen.

 

Das sind die Tage, an denen ich andere durch meine Art nerve, ihnen zumute (und das auch durchaus verlange) mit mir umzugehen. Ich erwarte den gleichen Respekt und die Wertschätzung, die ich ihnen entgegen bringe. Aber gleichermaßen merke ich, wie schwierig ich manchmal einfach für andere bin.

Für mich selbst ist natürlich immer alles ganz klar und “richtig”.
Ich rede sehr direkt und argumentiere “na da weiß doch jeder, woran er bei mir ist“. Oder ich lebe meine Emotionen aus und nutze das gleiche Argument. Zusätzlich dazu noch ein “na wenn ich es jetzt raus lasse, dann ist es in ein paar Minuten vorbei. Wenn ich es fressen müsste, würde es gären und länger dauern etc bla bla“.

Nur zwei Bespiele, mit denen ich es meiner Umwelt schwer mache, denn die meisten Menschen sind nicht “geradeaus”. Sie sind auf irgendwie verschlungenen Wegen unterwegs, sowohl kommunikativ als auch emotional. Wobei das eine das andere natürlich beeinflusst. Und ich nehme keine Rücksicht darauf. Denn ich finde ja, dass meine Art “klarer” ist. (Sprach ich eben noch von Respekt und Wertschätzung anderen gegenüber?)

Ich nehm natürlich schon Rücksicht, wenn ich weiß, dass jemand sehr sensibel ist und ich ihm was Unangenehmes sagen will. Dann hau ich nicht einfach raus, aber so im Alltagsleben eben doch. Und auch da kann man wieder und wieder den anderen weh tun oder ihnen zumindest super vor den Kopf stoßen. Und es ist mir oft egal. Weil ich ja bin wie ich bin. Ich bin dann irgendwie ein Arschloch. Und ich find es trotzdem gut. Bis dann diese Tage kommen wie heute.

Dann stell ich mich in Frage, wieder und wieder. Warum ich nicht so kommuniziere wie andere z.B., nämlich indirekt und unsachlich und auch nur teilweise aussprechend, was der andere dann zwangsweise reininterpretieren muss. Und auch kann. Nur ich kann sowas nicht. Wenn man mir nicht sagt, was man von mir will, versteh ich es nicht. Und ich halte die anderen dann für unfähig zu kommunizieren. Denn ich bin ja gerade und direkt und spreche alles relevante aus. Die anderen können dann eben nicht denken oder richtig aussprechen worum es geht oder was auch immer. Und dann ärgere ich mich. Über die anderen zuerst, zunehmend dann aber über mich selbst. Weil ich in den Momenten arrogant bin und von oben herab. Aus der eigenen Meinung heraus, dass ich doch gut bin, wie ich bin.

Warum kann ich dann aber nicht einfach auch so reden und fehlende Informationen reininterpretieren?
Weil ich dummerweise nicht so bin. Oder ist das vielleicht sogar gut so? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass es mir und meiner Umwelt manchmal sehr schwer fällt, damit umzugehen. Und mich dann zu ertragen. Denn ich werde dann zickig und sauer. Um nicht zu sagen aggressiv in verbaler Art. Und das ist scheiße.

 

Ich sage hiermit jedem, der mich kennt, immer noch lieb hat und hoffentlich auch noch lange lieb haben wird, dass es mir leid tut, dass ich es euch oft schwer mache. Ich machs mir selbst nicht leicht. Aber verdammt noch mal, ich find mich trotzdem gut so, wie ich bin. Deal with it. :-)

 

Zitat aus “Flucht aus Absolom”: ”Ihre DNS Analyse zeigt eine krankhafte Abneigung gegen jegliche Authorität und einen Charakter, der zu Gewaltausbrüchen neigt.”

 

Nachtrag zu “Es kotzt mich an”.

Ich hab hier den Schnipsel zum Beitrag “Es kotzt mich an“. Vielen Dank an Southpaw Andy (leider hat er keinen Link zu sich hinterlassen), der im ursprünglichen Text kommentiert hat. :-)

 

 

Zitat aus “Lammbock”:
“Neger ist er auch!”

Es kotzt mich an

Ich hab eben TV angemacht, weil ich gleich die “Simpsons” gucken möchte. Da lief gerade noch das Ende des qualitativ hochwertigen Formats “Taff”. :-P

Ich war etwas erstaunt, was ich da hörte.
Der Moderator Daniel Aminati entschuldigte sich für einen Ausspruch, den er wohl selbst kürzlich, eventuell sogar in der heutigen Sendung, von sich gegeben hat. Irgendwas mit “der Neger schnackselt gerne“, was vermutlich eine Anspielung auf Gloria von Thurn und Taxis gewesen sein wird. Ich guck die Sendung nicht, daher kenn ich den Kontext nicht, konnte jetzt auf Anhieb auch noch nichts online dazu finden. Wen es interessiert, der kann ja mal morgen (also am 09.02.) mal hier gucken, da müsste die Sendung dann zu sehen sein.

 

 

Quelle: http://www.prosieben.de

 

Schlimm daran finde ich aber, dass er selbst halt eindeutig dunkelhäutig ist, man muss ja nur mal hingucken. Er hat sich also entschuldigen müssen, weil Zuschauer sich beschwert haben, dass ein “Neger Witze über Neger” macht, bzw. dass ein Moderator Witze macht. Man hat wohl nicht erkannt oder erkennen wollen, dass er selbst dunkelhäutig ist. Oder der Normalobürger erlaubt inzwischen nicht mal mehr Witze über die eigene soziale Gruppe. Da muss ich aber aufpassen, denn ich bin Frau, ich trag Brille, ich bin halb Ausländer, ich bin vermutlich noch viel mehr, aber wenn ich mir das jetzt alles durchdenken müsste, wäre ich wohl lange beschäftigt.
Wo leben wir denn inzwischen? Sind die eigentlich noch alle gesund im Kopf?

 

Ich hab ja neulich bereits einen Podcast dazu von mir gegeben, dass ich es echt ätzend finde, wie sehr man inzwischen aufpassen muss, was man sagt. Das geht bei einfachen Missverständnissen los,  läuft aber auch auf bewusstes falsch auslegen hinaus, wie man im privaten Leben auch immer gerne mal feststellt. So wird einem z.B. ein Text oder mündliche Ansage völlig falsch ausgelegt, obwohl bewusst dazu erklärt wird, wie man es meint. Einfach nur, weil andere es unbedingt falsch verstehen oder auslegen wollen. Schönen Dank auch. Ihr habt doch alle einen an der Klatsche.

 

Meine Meinung dazu ist übrigens, dass die Leute, die sich am lautesten beschweren, diejenigen sind, die am meisten Dreck am Stecken haben. Also die tatsächlich so dumm denken, wie sie es anderen unterstellen.

Demnächst wird es bestimmt noch eine App geben, bei der wir uns einen Draht in die Rübe drehen, damit der noch unausgesprochene Gedanke schnell noch auf Political Correctness geprüft wird. Bei nicht genehmigten Gedanken gibt’s dann Stromstöße oder so. Wenn es soweit kommt erschießt mich bitte, denn ich kann nicht mit Stromstößen im 10-Minuten Takt leben.

 

Zitat aus “Die Goonies”:
“Ihr seid doch irre. Es gibt ne Klapse und da stehen eure Namen auf den Türen.”

Was mach ich nur, was mach ich nur…

Für die Leser meines Blogs, die nicht den Podcast hören, was ja eigentlich eine Frechheit wäre *zwinker zwinker*, hier eine kurze Zusammenfassung meiner aktuellen Situation.

 

Ich bin seit 13 Jahren in einem Unternehmen in der IT tätig. Ich kümmere mich um Service- und Operations Management, bin also im Prinzip im Rundumschlag für alles ansprechbar. Für 3000 Mitarbeiter. Es gibt sonst nur noch einen weiteren Kollegen, der aber nur zu 10% für uns arbeitet, der sonst dauerhaft unterwegs auf Dienstreisen ist. Ich bin also im Prinzip alleine, aber wir arbeiten natürlich mit einem IT-Dienstleister zusammen, der das meiste im Betrieb sicherstellt. Ich bin eher Entscheider und interner Ansprechpartner, bei Fragen, aufkommenden Projekten etc.

Vor kurzem hat die Mutter in England entschieden, dass wir die Organisation ändern müssen. Daraus ergibt sich, dass einige interne Jobs zukünftig nicht mehr intern sein werden, sondern outgesourced werden. Allerdings nicht an den heutigen Dienstleister, sondern an einen neuen, denn man ändert auch die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner. Statt einem Dienstleister, der alles anbietet, wird nun pro Sparte ein jeweiliger ausgesucht. Dass das natürlich zu neuen Herausforderungen in Sachen “wie organisiert man die” führt ist auch klar, aber darum geht es mir gerade nicht.

 

Meine Rolle wurde in dem eben beschriebenen Zusammenhang diskutiert.

Zunächst ging man davon aus, dass ich dabei sein soll, weil meine aktuelle Rolle, also die offizielle, dahin gehören würde. Da ich aber durch blöde Umstände einen Titel habe, der ca. 10% von dem beschreibt, was ich tatsächlich mache, wurde das neu überdacht. Dann hieß es, ich würde nicht mitgehen müssen, man würde für mich anderers regeln. So weit, so hingehalten.

Freitag hatte ich nun ein vermeintlich klärendes Gespräch über meine Zukunft im Unternehmen. Wir ihr schon ahnt – es hat mehr Fragen aufgeworfen, als Antworten gegeben. Ich bin jetzt wieder in der Diskussion, allerdings nun mit dem vollen Umfang meiner Tätigkeiten. Man hat wohl auf der Seite des neuen Partners Interesse an mir, aber für mich ist das doch eine etwas komplexere Situation.

 

Natürlich ist es gut, dass man mich mit meinem vollen Portfolio einstellen möchte, aber ich muss das Unternehmen verlassen, zu dem ich eine echte Loyalität habe. Und ich würde von Kunde zu Dienstleister werden, im gleichen Umfeld. Das ist für mich ein Problem. Dienstleister bin ich intern eh schon, ich sehe die IT nämlich in der Tat so. Aber auf Augenhöhe Dienstleister sein ist was anderes, als ein exerner Partner zu sein. Das Verhalten der Mitarbeiter ist ein anderes, die Durchsetzungsfähigkeit ist eine andere. Für mich wäre das ein Schritt in die falsche Richtung, wenn ich dann im neuen Unternehmen für das alte arbeiten sollte. Daher ist das maximal im Rahmen einer Übergangszeit möglich für mich, ich würde dann komplett wechseln wollen.
Die andere Option, die noch zu klären ist, wäre eine weitere Beschäftigung im jetzigen Unternehmen, dann allerdings nicht mehr im Rahmen der IT. Denn in Deutschland ist an IT-Jobs nichts weiter möglich. Also müsste meine Firma mir einen Job “basteln”, den es aktuell nicht gibt. Die Frage ist, ob das wirklich umsetzbar ist. Das werde ich jetzt mal als erstes ausloten, aber im Grunde fürchte ich, dass ich die Antwort schon kenne.

 

Grundsätzlich sind solche Veränderungen immer was Gutes, finde ich. Aber die Rahmenbedingungen sollten positiv überwiegen, was ich derzeit noch nicht sehe. Aber ich bin auch noch nicht ganz durch damit, mir zu überlegen, was das für mich bedeuten könnte. Ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich was entschieden hat. Das wird aber vermutlich erst Anfang Sommer sein. Vorher nicht.

 

Zitat aus “Das Osterman Weekend”:
“Ich denke, dieses System braucht radikale Veränderungen.” – “Wie radikal ist ‘radikal’?” – “Nun, extrem, gewaltsam, chaotisch, apokalyptisch. So in der Art, Sie wissen schon.”

 

 

Rooby sucht sich ‘ne Wohnung, Teil 2

So – es ist Zeit ins Land gegangen, nach meinem ersten Teil von “Rooby sucht sich ‘ne Wohnung”. Und es ist nichts passiert. Nada. Niente. Nothing.

Ich hab vor drei Wochen den Auftrag rausgegeben, einmal nachgefragt als sich nach 10 Tagen nichts getan hat. Aussage des Maklers war, dass es nichts passendes gäbe, er aber Kollegen mit einbezogen hat, um was für mich zu finden. Ok, ich ließ laufen. Nun sind drei Wochen rum. Ich fragte noch mal nach und bekam dann folgende Antwort:

 

“Es sind keine Wohnung verfügbar, die Ihren Ansprüchen entsprechen. Das größte Problem ist die Möglichkeit das Auto zu parken, denn Stadtwohnungen gibt es genug. Nur halt keine Parkmöglichkeiten.”


Ich bin nicht zufrieden. Da kann der Makler ja nichts für, aber das ist doch Mist. Wegen des Autos kann ich keine Wohnung finden, komm also aus dem Dreck hier nicht raus? Man ey…

Die Tipps von Brian und Da Na in den Kommentaren vom ersten Text sind natürlich von mir inzwischen auch trotz wenig Zeit berücksichtigt. Ich guck dann doch lieber noch selbst mit, sonst dauerts eventuell ewig. Danke an dieser Stelle für die Hinweise.

 

Zitat aus “Planet der Affen (1968):
“Merk dir mein Lieber, lass immer ein Banner wehen.” – “Wie bitte?” – “Den Banner der Unzufriedenheit.

 

Apple, Android, Bashing, Fanboys und -girls

Was ist eigentlich passiert in den letzten Jahren?

Wer hat damit angefangen, eine ganze Gruppe von Menschen so stark zu beeinflussen, dass sie mit regelrechten Hasstiraden gegen Anhänger von anderen Produkten vorgehen? Wo ist das “natürliche” Konkurrenzdenken geblieben? Warum ist es diesen hasserfüllten Texten, Tweets, Blogposts etc. gewichen?

Was bringt euch nur dazu SO abzugehen, dass ihr andere schon fast schlagen wollt, wenn diese für oder gegen Apple oder Android sind? Es sind scheinbar keine normalen Diskussionen im Netz mehr möglich, denn egal was man sagt, man ist entweder dafür oder dagegen. So empfinde ich das zumindest.

Als ich gestern über mein neues iPad gemotzt hab, weil es nicht so funktioniert, wie ich zunächst angenommen habe, haben mir manche, zum Glück aber nur die wenigsten, “Bashing” unterstellt. Das war kein Bashing, das war ein Erfahrungsreport, der auch nur zustande kam, weil über Apple z.B. immer gesagt wird, dass alles so einfach sei. Und ich habs nun selbst erlebt, dass es das nicht ist. Darf ich dann meinem Ärger darüber keine Luft machen?

Ich hab auch schon über andere Produkte gelästert, allerdings muss man das lesen, da ich da noch keinen Podcast betrieben habe. Aber es ging in dem Fall z.B. um Motorola und deren Dreck, den sie einem andrehen. Das ist zwar etwas “sachlicher”, weil ich eben geschrieben habe, statt zu reden, aber der Ärger war ähnlich.

 

Pascals Rechenmaschine "Pascaline"

Für mich ist völlig egal, ob die Apple Fanboys und -girls nun die Gründer von Apple für die PCs in unseren Heimen verehren oder nicht. Sie haben aber auch nur Grundlagen genutzt, die andere schon geschaffen hatten, daher kann man ihnen maximal einen guten Geschäftssinn unterstellen. Und genau dieser Geschäftssinn wird nun bei Android z.B. zum Gegenstand des Hasses? Und ja, ich sage immer wieder Hass, weil die Reaktionen nicht mehr gesund sind.

 

Ich pack euch hier mal einen schönen Beitrag zur Geschichte des PCs mit rein.
Ist gut und übersichtlich.

 

Nun kam ja die Biographie von Steve Jobs raus, es gab entsprechende Zitate, die die Runde gemacht haben. Ich hab das Buch nicht gelesen, werde ich wohl auch nicht, weil es mich einfach nicht interessiert. Aber heute morgen kam über den “The_Smoking_Gnu” (Twitter-Account) ein Text von einem Blogger rein, der mich echt schwer irritiert und irgendwie auch fast schon erschüttert hat. Lest mal selbst, worum es hier geht. Ist nicht lang, aber bisschen krank, zumindest die ersten zwei Absätze.

Wie kann man Aussagen wie z.B. “I’m going to destroy Android, because it’s a stolen product. I’m willing to go thermonuclear war on this.” großartig finden? Wie kann man solchen Größenwahn und Fanatismus unterstützen? Der Mann (S. Jobs) war doch psychisch krank, wenn er so wirklich gedacht haben sollte. Alle Kommentatoren, die ihm für diesen Artikel danken bzw. den gut finden etc, haben doch entweder noch nicht ihr Hirn angeschaltet oder sie sind wirklich inzwischen so drauf. Aber ganz ehrlich – dann kann man diese Leute nicht mehr anders behandeln, als solche, die in Sekten gefangen sind. Da hat doch Gehirnwäsche stattgefunden. Mir kann keiner sagen, dass DAS noch normal ist. Und mir ist natürlich klar, dass im Netz gerne mehr draus gemacht wird, als man von den Leuten im echten Leben hören würde, aber genau das ist es, was mir etwas Sorgen macht. Sie denken wirklich so, aber man erkennt es im echten Leben nicht.

 

Sorry Leute, aber ihr müsst euch mal überlegen, was da mit euch passiert. Hat nicht jeder sein Produkt, was er gut finden darf? Und natürlich darf man auch anderes scheiße finden. Das ist nun mal so. Deswegen in solche Extreme abzudriften ist nicht förderlich. Und zieht mich nicht auf euer Niveau runter, nur weil ihr so denkt. Ich bin weder von A noch von B noch sonstwas Fangirl. Ich mag Technik. Verschiedenste. Und ich mag manche nicht. Auch verschiedenste. Das ist nun mal so, wenn der Markt so viel hergibt.

Die Welt ist groß genug für viele Produkte und viele Zielgruppen. Und Entwicklung fand schon immer auch durch Kopieren statt, durch Weiterentwicklung von bestehenden Dingen und natürlich auch durch neue Ideen. Und es tat uns gut, weitestgehend.

 

Aber da fragt man sich, warum Leute auf der ganzen Welt Krieg um Religion führen. Das hat doch hier ganz ähnliche Symptome.

 

Zitat aus “V wie Vendetta”:
Je mehr Macht er bekommt, desto offensichtlicher wird sein Fanatismus und desto aggressiver werden seine Anhänger.

 

FrauenScheißschriften

Immer wenn ich mal beim Friseur saß, weiß ich wieder, warum ich mir keine Frauenzeitschriften kaufe.

Heute gabs wieder so schlaue Sachen zu lesen, wie z.B. “100 Dinge, die man als Frau gemacht haben muss”. Aha….die Zeitschrift weiß also, was ich tun muss, damit ich ein erfülltes Leben haben kann. Dazu gehören dann so super Einfälle wie, dass ich mal Porsche gefahren sein muss. Hm. Oder dass ich ‘nem Mann eine geschmiert haben soll. Soso. Neben weiteren geistigen Ergüssen wie z.B. einen One-Night-Stand haben oder auch auf alternative Heilmethoden umschwenken, war durchaus auch was nicht ganz so sinnbefreites dabei, wie z.B. richtig gute Schuhe tragen.

100 Dinge, die Frau tun muss...

Ihr seht schon – die Auswahl der Punkte, die Frau gemacht haben muss, erfüllen enorm. Also wenn ich nicht Porsche fahrend mal einem Mann eine geschmiert habe, weil der nicht, ganz im Gegenteil zu mir, auf alternative Heilmethoden umsteigen wollte, dann hab ich kein erfülltes Leben. Da ich dann aber wenigstens vielleicht gute Schuhe trage, kann ich ja den Porsche stehen lassen, nach Hause laufen und mir einen One-Night-Stand suchen, was mich dann bestimmt total erfüllt. Ach Mensch….ich muss mir mehr Zeitschriften kaufen glaub ich. Wie konnte ich nur bisher ohne diese Ratschläge durch’s Leben kommen?

Zitat aus “Queer as Folk”:
Emmett: “Würde es eine Zeitschrift geben, die “Selbstachtung” heißt, wärst du jetzt auf dem Cover!”

Ich leide online

Mir fehlt die Zeit für’s Online-Leben.
Kaum kommt ein neues, allerdings auch echt großes Projekt daher, schon schaff ich es kaum noch mein Netzleben zu führen. Mir fehlt tatsächlich die Zeit, um mal tagsüber in Twitter reinzugucken, meine Mails zu checken, geschweige denn mal was längeres zu lesen oder selbst ‘nen Text zu schreiben. Das mach ich sonst in der Mittagspause über’s Handy, aber ich schaff es noch nicht mal mehr dazu. Pause gibts gerade nicht, so nebenbei wird ein Brötchen oder ‘ne Banane weggezogen, aber das war’s dann auch schon. IT Projekt Galore, sag ich da mal. :-(

Und nun ist Wochenende, ich kann den Tag heute endlich mal wieder nutzen. Dafür gehts morgen aber schon wieder auf Dienstreise nach Berlin. Bleibt also auch nur ein Tag WE über. Alles meh irgendwie gerade, aber egal. Wenn es gut läuft, hab ich dadurch jobseitig was für mich gewonnen und was macht nicht alles dafür, dass man überhaupt ‘nen Job hat. So siehts nämlich aus zur Zeit. Mein Job wackelt. Bzw meine Funktion, die ich ausführe zur Zeit. Ich will das hier nicht weiter ausführen, aber ich muss mich halt gerade extrem darum kümmern, dass mir nicht die Felle davon schwimmen, wie man so schön sagt. [Der Spruch kommt bestimmt aus der Zeit, als man Fell noch per Fluss irgendwo hin geschipper hat, oder?]. Also – ich nutze jetzt auf jeden Fall den Tag und kümmer mich erst mal um das wichtigste – nein, nicht um mich – um euch natürlich!
Twitter, ich komme. :-)

Zitat aus “Master & Commander”:
“Wir haben keine Zeit für Ihre dämlichen Hobbys, Sir!”