Love Parade und die Verantwortung

von Rooby  /  in Kategorie: Schwarz

Es jagt mir Gänsehaut noch und nöcher über den Körper, wenn ich die Bilder sehe, die Artikel lese, mir einfach selbst vorstelle, wie ich in den letzten Jahren die Berliner Love Parade wahrgenommen habe. Es ist einfach so unendlich traurig und gruselig, was da passiert ist. Und ich will einfach nicht verstehen, warum nun keiner die Verantwortung tragen will. Bzw ist mir natürlich klar, dass derjenige, der sagt “ja, ich bin verantwortlich” für den Rest seines Lebens nichts mehr zu lachen hat. Keiner will den Tod von 19 Menschen auf sich nehmen. Aber Fakt ist nun mal, dass das Gelände eine schlechte Wahl war in Bezug auf Bewegungsfreiheit und Zu- bzw. Abgänge.

Was mir so gar nicht in den Kopf will: wieso passiert sowas? Es gibt zig Veranstalter in Deutschland, die sich mit solch großen Events auskennen. Warum wurde das so katastrophal fehlgeplant? Vielen Leuten war VOR der Tragödie klar, dass der Tunnel ein Problem werden wird (guckt euch die Kommentare an, die vor der Veranstaltung eingestellt worden sind).  Warum sah man das nicht bei den Planern der LP?

Neuerdings gehöre ich ja auch zu den Twitteren und da les ich allerhand Zeugs dazu. Unter anderem auch bissige Kommentare, die sich in die Richtung äußern, dass “hier jeder wieder alles besser wusste”. Normalerweise würde ich sagen, dass man das ignorieren kann, aber diesmal kann ich verstehen, wenn Leute schreiben, dass das absehbar war. Denn das war es irgendwie. Vielleicht nicht unbedingt so, dass man mit Toten rechnen musste, aber dass es Stress in so einem Nadelöhr geben könnte, lag doch auf der Hand, oder etwa nicht? Jeder, der mal auf einem überfüllten Konzert oder ähnlichen Veranstaltungen war, kennt das Prinzip der Welle, die sich durch die Massen schiebt. Und wenn ich von einem breiten Weg plötzlich in ein Nadelöhr geführt werde, dann kann das nur schief gehen.

Ich hoffe wirklich sehr, dass alle Beteiligten und Verantwortlichen daraus lernen. Das hilft den Familien der Opfer zwar nicht mehr, aber zumindest sollte sowas nie wieder passieren, weil die falschen Leute die Planung übernommen haben.

So abgedroschen sich das auch anhören mag: mein Herz ist wirklich schwer wegen dieser Geschichte.
Ich hab niemanden dort verloren, aber ich kann den Schmerz und den Wahnsinn erahnen, mit dem die Eltern, Geschwister, Freunde und Überlebenden konfrontiert werden.

Info:
eben wollte ich den Artikel veröffentlichen, da kam noch ein Tweet vom Spiegel rein. Es gab Sicherheitskonzepte, die wegen Kosten, warum auch sonst, abgelehnt worden sind. Artikel hier.

Zitat aus “One Hour Photo”:
“Familienfotos zeigen lachende Gesichter, Geburten, Hochzeiten, ferien, Kindergeburtstage. Der Mensch hält die glücklichsten Momente seines Lebens auf Bildern fest. Blätterte jemand durch unser Fotoalbum, würde er daraus schließen, dass wir ein glückliches, unbeschwertes Leben führen. Ohne Tragödien.”

Twitter eingebunden

von Rooby  /  in Kategorie: Milch + Zucker

Hier wird jetzt auch von den Dächern gepfiffen

Hi ihr Lieben. Ich hab schon seit Monaten einen Test Account bei Twitter, aber bisher keinen echten Nutzen darin gesehen. Aber ich hab mir gedacht, dass ich den jetzt ins Blog einbinde, damit ihr sehen könnt, dass ich noch lebe, auch wenn keine langen Texte kommen zur Zeit.

Ihr findet den Bereich direkt unter dem Kalender auf der linken Seite. Ist recht simpel gestrickt, aber immerhin. Wer mag kann natürlich über Twitter.com mit mir texten. Username lautet dort LinaMadita.

So – das war’s schon für heute, mehr dann über das Vogelgezwitscher. :-)

Zitat aus “Thirteen Days”:
“Bin wohl in ‘nen Schwarm Zugvögel geraten.”