FF0213 – Aufschreien oder niederschreien?

 

Das Thema Feminismus im Netz ist wirklich ein sehr polarisierendes Thema. Ich will hier gar nicht so viel schreiben, aber euch die Links an die Hand geben, um die es im Podcast geht.

Auf Twitter sucht ihr einfach nach #aufschrei und dann findet ihr extrem viele Beschreibungen von Dingen, die z.T. mehr als abstoßend sind. Und darüber muss gesprochen werden. Aber irgendwie anders als bisher. Finde ich zumindest.

Und hier findet ihr nun zuerst den Artikel über Brüderle, der hier nur ein Artikel über den Artikel ist. :-P Das Original hab ich jetzt nicht direkt gefunden (hab aber auch nicht übermäßig lang gesucht).

Außerdem der Artikel von Antje Schrupp, “Ich bin kein Sexist” – so what? In dem kommt das mit den Keksen für Männer vor, was ich ehrlich gesagt ziemlich arrogant finde, aber das ist ja nur meine Meinung.

Und dann noch Der Artikel von Mutti. Gefiel mir außerordentlich gut, weil einfach mal jemand sagt, dass Frauen sich auch wehren müssen. Das gehört einfach mit dazu.

 

Zitat aus “10 Dinge, die ich an dir hasse”:
“Wenn ich meine Meinung äußere ist das kein terroristischer Akt.”

 

 

4 Kommentare zu “FF0213 – Aufschreien oder niederschreien?”

  1. Endolex sagt:

    Sorry, das ist mein erster Kommmentar zu einem Podcast, drum geht das etwas sehr durcheinander, weil ich quasi live getippt habe. ^^

    1. Seh ich nicht als Frechheit, keine besonderen Kekse zu verteilen, nur weil sich jemand nicht offen (!) sexistisch äußert oder verhält oder von sich selbst sagt, kein Sexist zu sein. Denn wenn das noch keine Selbstverständlichkeit ist, dann wird es zumindest viel schneller eine, wenn es als eine solche dargestellt wird. Ich sehe es nämlich eher als kontraproduktiv an, zu sagen: “Och ja, wenn ihr besonders gut dastehen wollt, seid bitte nicht sexistisch.” Nö. Ich denke da wie Antje: Es ist das *Allermindeste* im Jahr 2013, nicht offen sexistisch aufzutreten.

    2. Und die Leute, die ‘mitgetroffen’ werden, die nicht begreifen dass sie was falsch machen sind genau die wichtigsten. Je mehr sie sich wehren, je mehr sie diskutieren, umso eher entsteht Reflektion und Dialog, wie ich mehrfach erlebt habe. Und viele, sehr viele interessieren sich anscheinend ausreichend dafür, sich da reinzulesen und weiterzudiskutieren. Da traue ich denjenigen, die sich zu Unrecht auf den Schlips getreten fühlen durchaus mehr zu als einem Neanderthaler, und ich zähle mehr schleichende “Du hast Recht”-Erfolge als “Ihr spinnt doch alle”-Abkehrungen.

    3. Die von dir geforderte ‘Anerkennung’ besteht doch bereits darin, mit nicht übergriffigen Männern ganz normal wie mit Menschen umzugehen. Wer nett ist, wer lieb ist, wer interessante Dinge sagt – zu dem sind ‘die Feministinnen’ automatisch nett, meiner persönlichen Erfahrung nach jedenfalls. Aber Dankbarkeit für Grundlegendes? Nope. Das legt die Messlatte einfach viel zu niedrig.
    Und wenn ein Mann gar nix getan hat, was in #aufschrei beschrieben wird, wenn sich ein Mann in jeder Hinsicht ‘richtig’ verhält, wieso sollte er sich davon verunsichern lassen? Wieso fühlt er sich dann angegriffen, pauschal in einen Topf geworfen? Wer zwingt die denn, sich diesen Schuh anzuziehen?

    4. Und ja, es ist nicht so einfach für Frauen, sich zu wehren, und nicht jede Frau ist so stark drauf wie du. Insgesamt finde ich, dass einfach beides wichtig und richtig ist: Frauen stärken UND Männern kritisieren, die sich scheiße benehmen.

    5. Ich selbst erkläre gerne jedem alles auf Nachfrage – ich erwarte nur nie von anderen, mir in dieser Hinsicht entgegenzukommen. Weil *das* ist nämlich *keine* Selbstverständlichkeit – und diese ‘Erklärung’ zu fordern, warum sich denn irgendetwas ändern sollte ist ein Privileg derer, die glauben, mit der augenblicklichen Situation zufrieden sein zu können.

    6. Männer dürfen sich übrigens sehr wohl zu Sexismus gegenüber Männern äußern – nur hat das rein gar nichts mit Sexismus gegen Frauen zu tun – wann immer ein Mann mit seiner Perspektive in so eine Debatte einsteigt, liegt der Verdacht bei vielen einfach sehr nahe, dass hier irgendetwas relativiert werden soll. Gerade weil zig Maskulisten genau so argumentieren: Das passiert ja auch Männern, also ist das bei euch alles nix besonderes, habt euch nicht so.
    Da ein Relativierungsversuch jeglicher Art (“opression olympics”) albern und wenig produktiv ist, finde ich eben daher auch nicht, dass “Sexismus gegen Männer” (darunter nenne ich jetzt mal die Benachteiligung von Männern, welche nicht ‘mannhaft’ auftreten) notwendigerweise am Thema ‘Sexismus gegen Frauen’ drangehängt werden muss. Wer sich damit beschäftigen möchte, gerne – nur lässt sich niemand gerne vorschreiben, womit er sich bitteschön ‘auch’ zu beschäftigen hat. Es steht jedem frei, sein Engagement zu fokussieren – nur komischerweise müssen sich immer nur Feminist*innen anhören, sie würden die Sache einseitig sehen und völlig leugnen, dass Männer in irgendeiner Form benachteiligt sein könnten. Doch, können sie. Aber das ist dann nun mal nicht deren Thema. Hab dazu mal ausführlich gebloggt: http://endolex.wordpress.com/2012/06/25/feminismus-und-der-einseitige-einseitigkeitsvorwurf/

    Liebe Grüße, und es ist immer wieder sehr ‘lebendig’, dir zuzuhören :)
    Alex

  2. Rooby sagt:

    @Endolex: Ich geh mal der Reihe nach drauf ein. :-)

    1. Ich glaube wir meinen hier unterschiedliche Dinge. Mir ist wichtig, dass die, die sich richtig verhalten, nicht noch vor den Kopf gestoßen werden. Diese Menschen brauchen wir, damit sich mehr zum Besseren ändert. Und für diese Menschen IST es selbstverständlich so zu sein, nämlich nicht sexistisch. Aber deswegen darf ich als Frau das doch würdigen und mich daran erfreuen. Und das bringe ich zum Ausdruck, wenn ich demjenigen sage, dass er “einen Keks verdient” hat. Ich bestärke ihn in seiner sowieso schon richtigen Haltung und unterstütze damit, dass er ggfs. auch auf andere positiv einwirken kann.

    2.Das Medium Twitter ist nicht dazu geeignet solche Diskussionen zu führen. Spricht man direkt mit Menschen, von Angesicht zu Angesicht, hat das eine ganz andere Wirkung. Ich muss aber dennoch auch diese Männer, die das Thema erstmalig hören oder bisher nur gestreift haben, an ihrem Standpunkt erst mal “abholen”. Das kann ich nur, wenn ich Zeit und Raum dafür habe. Twitter bietet das nicht. Natürlich muss die Diskussion geführt werden, gar keine Frage. Aber mit den richtigen Mitteln und vom richtigen Wissensstand ausgehend. (Trollerei lass ich mal links liegen, ist uns beiden klar, dass da nix zu holen ist)

    3.Wie sich jemand angesprochen fühlt, liegt doch nicht nur in dessen Händen. Wenn pauschal von Männern gesprochen wird, sind erst mal alle Männer gemeint. Halte ich für falsch. Differenzierung wäre hier auch von Nöten. Und ich kann aus meinem eigenen Umfeld heraus sagen, dass ich Männer habe, die nicht mehr wissen, was sie noch in Bezug auf Kennenlernen machen dürfen. Sie haben schlichtweg Angst, dass sie dann doch was falsches tun und dafür verurteilt werden. Ich versteh das sehr gut. Und das gefällt mir nicht.

    4. Sind wir beeinander. :-)

    5. Halte ich für völlig falsch. Menschen, die mich fragen, warum das jetzt so oder so falsch war, den muss ich doch erklären warum das so ist. Was ist das denn für eine Haltung, wenn ich erwarte, dass jeder gleich alles weiß, bzw. wenn er dann fragt, den direkt abzubügeln? Würdest du deine Kinder auch so behandeln? Ausländer, die die Sprache nicht beherrschen? Ausländer, die unsere Kultur nicht kennen? Sorry, aber das ist glaube ich etwas “betriebsblind” gedacht.

    6. Wir sind auch hier beieinander. Aber ich lese deinen Text erst noch mal, bevor ich ggfs. zu diesem Punkt noch mal was nachlege. :-)

    Ich würde gerne mal mit dir sprechen. Also eine richtige Diskussion führen. Ich glaube, dass das spannend wäre. :-)

  3. Endolex sagt:

    1. Ich glaube, da werden wir uns nicht einig. Ich empfinde das einfach so wie als ein “Danke, dass du mich nicht betatschst oder über meine Brüste sprichst, das ist soo lieb und fortschrittlich von dir!”. Nee, geht einfach nicht für mich. Ich will so etwas nicht hören, und ich will vor allem nicht, dass es ‘gut meinende’ Kerle erwarten, Kekse für etwas zu kriegen, was sie unterlassen. :)

    2. Abholen ist sicher nett, aber mühsam. Ich versuche abholen oft, mitunter ist es aber durchaus eine passendere Strategie, den anderen rechtfertigen zu lassen, wieso er seine Ansichten und Verhaltensweisen für richtig hält – also die Beweispflicht quasi umzukehren und zu fragen: “Warum glaubst du, dass sie das okay findet, nur weil sie nichts sagt? Wieso ist für dich ein Nein nicht unbedingt ein Nein?” und so weiter.
    In jedem Fall – und auch da wiederhole ich mich – kann ich von einer feministisch aktiven Person (dazu zähle ich mich übrigens nicht) nicht erwarten, dass sie dieses Abholen immer und ständig macht, gegenüber Menschen die lieber erst mal kritisieren statt zuhören. Weil das schlaucht, und irgendwann verweist man erst mal nur noch auf Links statt sich die Finger wund zu tippen. Und die Bereitschaft, erst mal einen grundlegenden Text zu lesen (davon gibt es sehr viele) sollte bei den Menschen, die sich ernsthaft für das Anliegen interessieren (und nicht nur bashen wollen), vorhanden sein.

    3. “Wenn pauschal von Männern gesprochen wird” – wird es aber nun mal nicht. :) Jeder #aufschrei war ein spezifisches Erlebnis, nirgendwo wurde behauptet, dass alle Männer so seien – also woher kommt diese Forderung nach Differenzierung? Anscheinend von Menschen, die sich mitgemeint *fühlen* – aus welchen Gründen auch immer.
    Und diese vielzitierte Angst, nichts mehr zu dürfen – meine Güte, liebe Männer, liebe Menschen: Schaltet einfach euren Grips und falls vorhanden euer Taktgefühl ein. Es hängt einfach ganz davon ab, mit wem ihr welchen Draht zueinander hat. Konsens-Kultur lässt sich nicht in pauschal für alle geltenen Verhaltensregeln festlegen – sondern ist etwas, was alle Menschen untereinander aushandeln. Was für die eine Person völlig okay und erwünscht ist, ist für die nächste Scheiße. Das bekommt man(n) durchaus mit, wenn man ein *bißchen* hinschaut, und im Zweifel ein *bißchen* nachfragt, statt einfach davon auszugehen dass das schon okay so ist. Und ja, da stimme ich dir völlig zu: Da müssten mehr Menschen klar sagen, was ihnen eher unangenehm ist, gar keine Frage – aber das ist eben nur die Hälfte der Miete, und eben auch nicht immer in allen Bereichen des Lebens so einfach, wie du selbst festgestellt hast, siehe 4. ;)

    5. Ich glaube, da habe ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt: Die Erklärungen gibt es zuhauf im Netz, man kann einen Link geben, und wer sucht, der findet. Aber eine persönliche Erklärung, ein persönliches Gespräch – nein, das ist keine Selbstverständlichkeit, das ist ein Entgegenkommen. Ich bin niemandem verpflichtet, ihm meine Zeit zu opfern, auch wenn ich ihm gesagt habe, dass ich sein Verhalten scheiße finde, aus ganz knapp dargelegten Gründen. Und erst recht bin ich das nicht, wenn dieser jemand nur dann nach ‘Argumenten’ fragt, um sie schnurstracks widerlegen zu wollen. Das ist ein Spiel, worauf sich viele Feminist*innen aus schier begrenzter Energie heraus nun mal nicht ständig einlassen wollen, und da habe ich vollstes Verständnis für. Eine ausführliche Diskussion zu dem Thema findet sich auch hier: http://endolex.wordpress.com/2012/05/27/kritik-kritik-pro-kuscheldiskussionen/

    6. Sehr, sehr gerne. :) Wir ham uns ja auf Google.

  4. SirTeddin sagt:

    Danke für den Keks ;)

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