Ich bin ‘ne rasende Wildsau – und das ist auch gut so!

von Rooby  /  in Kategorie: Schwarz

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Im aktuellen Spiegel (Nr. 43 vom 19.10., Seite 137) findet man einen Artikel, der eine Zukunftsvision beschreibt, auf die ich jetzt schon keinen Bock habe, obwohl es sie noch gar nicht gibt.

Es geht darum, dass die Autoindustrie Forschung betreibt, um zu erkennen in welchem Gefühlszustand der Fahrer ist. Die Frage, die sich gleich anschließt lautet:
„Um dann was damit zu tun?“

Diese Frage wird nicht geklärt, weil das Thema noch in den Kinderschuhen steckt. Aber man kann sich ja in etwa denken, was daraus resultieren könnte.

Auslöser dieser Forschung scheint die immer wiederkehrende Angabe von Unfallverursachern zu sein, die bei der Befragung zum Hergang angeben, dass sie “emotional aufgewühlt” waren. Man möchte also die Sicherheit beim Fahren erhöhen, was ja löblich ist, mir aber mein letztes Ressort nehmen würde, in dem ich mich „austoben“ kann.
„Wie jetzt – austoben? Was soll das denn heißen?“, fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Dazu muss man wissen, wie ich als Mensch bin.
Ich bin laut, direkt, offen, manchmal aggressiv und böse (rein verbal, ich schlage niemanden oder so), ich brüll los, wenn ich die Beherrschung verliere und werfe dann durchaus auch mit Fäkalsprache um mich.

Wenn wir nun aber mal ehrlich sind, dann ist es doch so, dass Menschen wie ich, die schnell mal aufbrausen und laut werden, in der Gesellschaft eher abgelehnt werden. Erst recht, wenn man eine Frau ist. „Wie kann man sich nur so benehmen“ kommt dann oft und das Kopfschütteln gibt’s gratis dazu. Mitunter sogar mitleidige Blicke. Meist aber Unverständnis und Ablehnung. Auch Angst war schon dabei. Also habe ich gelernt mich zu beherrschen. Zumindest temporär. Aber was drin ist, muss irgendwann raus und das passiert mir eben dann gerne beim Auto fahren.
Da kann ich brüllen soviel ich will, es hört ja keiner. Also lass ich meinen Stress dabei raus und fühl mich danach gleich viel entspannter. Alles schön so, sollte man meinen. Aber jetzt kommt ja die dämliche Forschung ins Spiel.

Folgende Aktionen könnten ausgelöst werden, wenn ich also mal wieder im Auto ausflippe. Sind vielleicht nicht alle umsetzbar, aber so stell ich mir das vor.
Je nach Lage, könnte das also so aussehen.

Bei leichter Erregung:

  • Ausströmen von angenehmen Düften, die die Psyche beeinflussen sollen
  • Aktivierung von klassischer Musik im Hintergrund

Bei steigender Erregung, bis mittlerem Ärger:

  • Aktivierung eines mobilen Psychologen, der einen zu beruhigen versucht
  • Aktivierung eines Massageprogramms im Rücken-/Nackenbereich, um Verspannungen zu lösen

Bei starkem Ärger bis Brüllen:

  • Reduzierung der Geschwindigkeit
  • Aktivierung des Warnblinkers
  • Aktivierung eines Hinweisschilds „Fahrer in Wut – Nehmen Sie Abstand“, je eins am Kühlergrill und an der hinteren Stoßstange
  • Zufuhr von Frischluft, gemischt mit leichtem Beruhigungsmittel

Bei kompletter Hysterie:

  • Stoppen des Autos
  • Absetzen eines Warnrufes an die nächste Polizeistation
  • Absetzen eines Warnrufes an die nächste Klinik für Psychologie, um die Zwangsjacke bereit zu halten

Sorry, aber wo, wenn nicht im Auto, soll ich meinem Temperament denn dann noch freien Lauf lassen? Das kann doch nur zu mehr Amok-Läufen führen in meinen Augen. Ich geh mir dann schon mal ein Gewehr kaufen – sicher ist sicher. ;-)

Zitat aus”Bang Boom Bang”:
“Hatten Sie eine gute Fahrt? Fährts sichs gut auf deutschen Autobahnen?”

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4 Reaktionen zu “Ich bin ‘ne rasende Wildsau – und das ist auch gut so!”

  1. fabs meint am:

    Wie kann man sich denn so benehmen… ;-)

    Und was passiert, wenn man kurz vorm einschlafen ist? Bekommt man dann eine Portion Rammstein auf die Ohren damit dann diese Entspannungsprozedur beginnen kann?

    Ne, ne… Wenigstens beim Autofahren möchte ich mich austoben können. Verbal zumindest. ;-) Sollte sich dieser Schwachsinn allerdings bewahrheiten… bring mir ein Gewehr mit. :-D

  2. Rooby meint am:

    Ok – ich order dann mal gleich ein paar mehr, weil es bestimmt vielen so gehen würde. :-)
    Ist auch immer lustig, wenn man mal selbst entspannt ist und guckt, wie andere ausflippen in ihren Karren….hihhi…Bilder, auf die ich NICHT verzichten möchte. :-P

    Und Rammstein für die müden Fahrer find ich gut. Oder sowas wie “Schni Schnap Schnappi”, weil einem sowas auch gut das Blut hochjagt. :-)

  3. fabs meint am:

    Oh je, Schni Scha Schnappi würde bei mir dazu führen, dass ich freiwillig gegen einen Baum fahre und das möchte ich dem Baum nicht zumuten. :D

  4. Rooby meint am:

    Oh ne – ok. Wir wollen keine Suizid-Autofahrer. DAS muss ja nun wirklich nicht sein. Aber das wird das Auto auch gar nicht zulassen. Das hat vermutlich bis dahin einen Scanner eingebaut, vorne im KÜhlergrill, um zu prüfen, ob man auch schön auf der Sraße bleibt. Und falls nicht gibt es ‘nen Sofort-Stopp. :-)

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